Würdige Gedenkfeier in Berg zu "70 Jahre Frieden" Mit einem Friedensgottesdienst am Mittwochabend mit zahlreichen Bürg

Veröffentlicht am 07.05.2015 in Veranstaltungen

Bürgermeister Helmut Himmler würdigte in seiner Rede in St. Vitus "die über einen Zeitraum von 70 Jahren hinweg erreichte längste Friedensperiode in der nationalen deutschen Geschichte". 

Mit einem Friedensgottesdienst am Mittwochabend mit zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Gemeinderat in St. Vitus mit Pfarrer Martin Fuchs, Pfarrer Johann Reicherzer und Diakon Herbert Götz sowie einer Totenehrung am Kriegerdenkmal gedachten die Gemeinde Berg und die Kirchengemeinde Berg gemeinsam dem Ende des 2. Weltkrieges vor 70 Jahren.

Auf Einladung des Bürgermeisters kamen alle Soldaten- und Reservistenverbände aus dem Gemeindegebiet und alle Berger Vereine mit Fahnenabordnungen zum Gottesdienst und reihten sich nach dem Gedenkzug vom Sophie-Scholl-Platz zum "Mahnmal des Frieden" im Berger Friedhof den Gefallenen Soldaten zur Ehre auf.

Pfarrer Martin Fuchs erläuterte die Zielsetzung des Tagen, nämlich der Gefallenen der Kriege zu gedenken und den Dank für 70 Jahre ohne Krieg in der Mitte Europas auszudrücken. Frieden sei aber weit mehr als die Abwesenheit von Kriegen, nämlich das stetige Bemühen um Ausgleich und friedvolles Zusammenleben der Menschen in Berg und darüber hinaus.

Bürgermeister Helmut Himmler würdigte in seiner Rede in St. Vitus "die über einen Zeitraum von 70 Jahren hinweg erreichte längste Friedensperiode in der nationalen deutschen Geschichte". Die große Vision des sicheren und friedvollen Zusammenlebens der Völker in Europa sei durch Zusammenarbeit und wirtschaftliche Kooperation Realität geworden. Der Bestand es Friedens sei aber keineswegs selbstverständlich, sondern müsse immer wieder aufs Neue errungen werden.

Himmler sprach vor allem den Frauen der Kriegs- und Nachkriegszeit seinen "angemessenen und verdienten Respekt" für deren Lebensleistungen aus, worüber aber öffentlich kaum gesprochen werde. Die Männer seien auf den Schlachtfeldern gewesen, viele nicht mehr zurückgekehrt und zahlreiche Überlebende seien verwundet, in Gefangenschaft, gesundheitlich und seelisch schwer beeinträchtigt gewesen. Daher hätten die Frauen die landwirtschaftlichen Betriebe geführt - oftmals mit Fremdarbeitern - und zugleich die Kinder aufgezogen und vielfach darüber hinaus in den Dörfern öffentliche Aufgaben übernommen.

Vor der Kranzniederlegung bei der Totenehrung, die von den Schwarzachmusikern unter Leitung von Hannes Stepper kostenlos musikalisch umrahmt wurde, meinte Bürgermeister Himmler, es sei eine durch die Generationen auch in Zukunft bleibende Aufgabe, den Gefallenen der Kriege ein ehrendes Gedenken zu bewahren. Diesen jungen Menschen sei nicht gegönnt gewesen, deren Träume zu leben, in die Heimat zurückzukehren, eine Familie zu gründen und das Aufwachsen eigener Kinder zu erleben. Es sei und bleibe gerade gegenüber den vielen Gefallenen die Pflicht der heute und in Zukunft lebenden Menschen, sich für ein friedliches Zusammenleben der Völker und auch in jeder noch so kleinen Gemeinschaft einzusetzen. Hierzu könne jeder Mensch jedweden Alters an jedem Tag einen kleinen, aber gleichwohl wichtigen Beitrag leisten.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

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