Wenn Arbeit Armut bedeutet

Veröffentlicht am 10.03.2015 in Soziales

Es ist dunkel, es ist kalt, es liegt Schnee, der Nebel frisst sich in die Kleidung. Eine gewöhnliche Nacht im Februar, halb vier. Um diese Uhrzeit begegnet man nur wenigen Gassigehern und Partygängern auf der Straße – und ein paar vereinzelten Zeitungsausträgern wie Andrea Mayereder.

Um diese Uhrzeit beginnt für die 46 Jahre alte Münchnerin der Arbeitstag mit Fahrrad und Anhänger. “Immerhin kein Glatteis”, sagt sie und macht sich daran, die ersten der 150 Zeitungen zu verteilen. Sechs Tage die Woche, je zwei Stunden, im Monat sind das etwa 3600 Zeitungen. Im Monat sind das für Mayereder genau 400 Euro. Ein Minijob. Es ist nicht ihr einziger.
Mit ihren Jobs hat Mayereder mehr als eine 40-Stunden-Woche. Sie arbeitet genauso viel wie jemand mit Vollzeitstelle. Doch viel Arbeit bedeutet noch lange nicht, dass sich davon auch gut leben lässt.
Erst putzen, dann an der Kasse im Supermarkt oder als Hilfe bei Pflegebedürftigen, später dann Babysitten, vorher noch Stadtführungen, Schulessen ausfahren, Medikamente oder Pizza ausliefern? Ist, was in den USA seit Jahrzehnten traurige Normalität ist, auch in Deutschland für viele Menschen Alltag geworden?
In Amerika heißt das Phänomen “Working Poor”. Hierzulande spricht man von Erwerbsarmut bei Menschen, die sich nur mit mehreren Jobs über Wasser halten können oder so wenig verdienen, dass sie auf zusätzliche Leistungen des Staates angewiesen sind.
Mehr als 2,4 Millionen Arbeitnehmer unter 65 Jahren in Deutschland haben nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) neben ihrem sozialversicherungspflichtigen Hauptjob einen Minijob, das sind fast doppelt so viel wie vor wie zehn Jahren. Viele verdienen sich ihr Zubrot im Handel, in der Gastronomie, in privaten Haushalten oder als Leiharbeiter, allein 400 000 als Reinigungskräfte. Weit mehr als die Hälfte der Haupt- und Nebenjobber, etwa 1,35 Millionen, sind Frauen.
Quelle: SZ

 

Anmerkung JK: Willkommen im Jobwunderland und in der „marktkonformen“ Demokratie.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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