Weltkindertag – eigentlich ein trauriger Tag

Veröffentlicht am 23.09.2010 in Jugend

In den letzten zwei Wochen schien es in Bayern nur ein einziges wirklich wichtiges Thema zu geben: den Jahrmarkt der Eitelkeiten auf dem Oktoberfest – „Die Wies´n“ – in München.
Zeitgleich fand am 20. September der sog. Weltkindertag – ein gewiss gar nicht lustiger Tag – statt.

Der Weltkindertag geht zurück auf die Weltkonferenz für das Wohlergehen der Kinder im August 1925. Der weltweit begangene Aktionstag will auf die Probleme von Kindern aufmerksam machen. In Entsprechung dieser Zielsetzung haben die Vereinten Nationen den Aktionstag 1954 ins Leben gerufen und 1984 folgte die „Konvention für die Grundrechte von Kindern“. Zu ihnen zählen unter anderem die Rechte auf Gesundheit, Bildung sowie gewaltfreier Erziehung und Freiheit!

Doch die Wirklichkeit – die wir gerne verdrängen und nicht zur Kenntnis nehmen wollen – ist eine andere:
• Jeden Tag sterben rund 22.000 Kinder unter fünf Jahren an den Folgen von Hunger, während zugleich unglaubliche Summen für Waffen und sinnlose Kriege ausgegeben werden. Auch die Sicherheit unseres Landes wird angeblich am Hindukusch verteidigt mit Kosten von inzwischen ca. 10 Milliarden Euro.
• Im reichen Deutschland leben rund 2,5 Millionen Kinder in Armut, während die Anzahl der Einkommens- und Vermögensmillionäre stetig steigt.
• Nahezu 40 Prozent der Alleinerziehenden und deren Kinder sind in Deutschland arm. Auch Familien mit mehreren Kindern geraten immer häufiger in die Armutsfalle.
• Sog. Hartz-IV-Empfänger können häufig den Beitrag für Sportvereine nicht aufbringen.
Folge: Arme Kinder vereinsamen und bewegen sich zu wenig mit entsprechend negativen gesundheitlichen Folgen.
• In einer Schulklasse mit 30 Schülern sind durchschnittlich fünf arm. Diese Kinder fehlen oftmals beim Schulausflug. Hartz-IV-Kindern stehen vier Euro pro Monat für Sport- und Freizeitgestaltung zur Verfügung.
• Ab diesem Jahr gibt es endlich das Schulstarterpaket für Hartz-IV-Kinder in Höhe von 100,- Euro für Stifte, Kleber, Hefte, Bücher, Zirkel etc. Bisher standen einem Hartz-IV-Grundschulkind ganze 20 Euro pro Jahr für Schulmaterialien zur Verfügung – in Deutschland!
• In jedem dritten Kinderzimmer in Deutschland steht ein Fernseher – eigentlich ein Armutszeichen. Kinder der Unterschicht – also arme Kinder – werden häufiger und länger „vor der Glotze geparkt“ als andere Kinder.
• Unfreiwillige Kinderarmut in Deutschland nimmt zu. 700.000 Minderjährige müssen für die Familienkasse regelmäßig Geld hinzuverdienen.
• Immer mehr Kinder werden Opfer sexueller Gewalt und leiden ein Leben lang unter ihren traumatisierenden Erfahrungen.
• Im Hartz-IV-Regelsatz kommt das Pausenbrot nicht vor, fürs Frühstück eines Kindes werden weniger als 50 Cent angesetzt, Mittag- und Abendessen dürfen nicht einmal einen Euro kosten.
• Die Situation von Kindern in Deutschlang verschlechtert sich nach Angaben der UNICEF stetig: „In allen Industriestaaten ist seit den 1990-er Jahren der Anteil der Kinder, denen durchschnittlich weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens zur Verfügung steht, gestiegen – in Deutschland am stärksten!
• Immer wieder gibt es auch in unserer Gemeinde Beschwerden wegen „Kinderlärm“ auf Spiel- und Sportplätzen. Demgegenüber sollten wir froh und glücklich sein über das unbeschwerte Lachen, Spielen und Lärmen von leider immer weniger Kindern!

Über diese hier angeführten Tatsachen hinaus sollte es die beste, edelste und ehrgeizigste Aufgabe einer Gesellschaft sein, ihren Kindern bestmögliche Lebens- und Zukunftschancen zu bieten. Diesbezüglich ist auch in unserem Land wahrlich noch viel zu tun und geradezu hinsichtlich Freundlichkeit und Respekt gegenüber Kindern und Jugendlichen liegt vieles im Argen.

Im kommunalen Handeln und der Bedeutsamkeit der Aufgaben in unserer Gemeinde Berg gibt es eine klare Reihenfolge der Prioritäten.
Selbstverständlich ist ein alter, gebrechlicher Mensch oder ein behinderter Mitbürger als Mensch genauso wertvoll wie ein sog. Leistungsträger im Zenit seiner Schaffenskraft.

Nur – eine Gruppe ist immer und ohne Einschränkung am wichtigsten – unsere Kinder. Sie sind die Freude der Gegenwart, das Glück der Eltern und Großeltern und unsere Zukunft schlechthin. Dessen sollten wir uns stets bewusst sein!

Ihr
Helmut J. Himmler

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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