Weiße Weste voller Dreck: Das Auswärtige Amt in der NS-Zeit

Veröffentlicht am 23.10.2010 in AntiFa/Migration

Jahrzehntelang verbreitete das Auswärtige Amt die Legende, seine Diplomaten hätten nichts mit dem Holocaust zu tun gehabt. 65 Jahre später stellen Historiker nun fest: Sie waren tief in die braunen Verbrechen verstrickt. Joschka Fischer hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben.

"Das Auswärtige Amt war eine verbrecherische Organisation", sagte der Kommissionsleiter, der Marburger Historiker Eckart Conze, dem Spiegel.

Anders als vom Auswärtigen Amt über Jahrzehnte verbreitet, schirmte sich das Amt nicht etwa vom nationalsozialistischen Apparat ab, sondern arbeitete diesem auch bei der Judenvernichtung aktiv zu. "Das Auswärtige Amt war an allen Maßnahmen der Verfolgung, Entrechtung, Vertreibung und Vernichtung der Juden von Anfang an aktiv beteiligt", sagte Conze der FAS. Nach 1945 sei ein erheblicher Aufwand betrieben worden, das zu vertuschen. "Das ist in dieser Gesamtschau tatsächlich schockierend."
Ernst von Weizsäcker und die Ausbürgerung von Thomas Mann
Laut FAS befasst sich der Bericht der Historikerkommission auch mit der Rolle Ernst von Weizsäckers, der seit April 1938 Staatssekretär im Auswärtigen Amt gewesen war. Der Vater von Altbundespräsident Richard von Weizsäcker habe demzufolge im Mai 1936 die Ausbürgerung des Schriftstellers und Literatur-Nobelpreisträgers Thomas Mann gebilligt. Diese Stellungnahme habe den Ausschlag dafür gegeben, dass Mann seine deutsche Staatsangehörigkeit verlor.
SZ,23.10.2010

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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