Wahl zum Europäischen Parlament:

Veröffentlicht am 08.06.2009 in Jugend

Schlimmer als vor fünf Jahren – 21,5 Prozent – könne es nicht kommen, hatten zuvor die Prognosen gelautet. Auf der Schlussveranstaltung der SPD, 37 Stunden vor Öffnung der Wahllokale, rief Frank-Walter Steinmeier, der SPD-Kanzlerkandidat: „Noch nie waren so viele Leute bei unseren Veranstaltungen. Wenn jeder von denen zur Wahl geht und Oma, Opa, Onkel und Tante, Freunde und Bekannte mitnimmt, dann freue ich mich auf den Sonntagabend – die erste Hochrechnung, wenn die roten Balken weit nach oben und die schwarzen noch weiter nach unten gehen.“ Alle hatten diese Rechnungen gemacht. Müntefering auch. Die Hoffnungen wurden zu Enttäuschungen!

Wahl zum Europäischen Parlament:
Die EU rückt nach rechts
Mit gut hundert Parlamentssitzen Vorsprung haben die Konservativen die Europawahl für sich entschieden. Sie schnitten ersten offiziellen Ergebnissen zufolge zwar etwas schlechter ab als 2004 - doch die Sozialdemokraten stürzten regelrecht ab.
Europawahl – neuer Schlag für die SPD
CDU verliert Stimmen, bleibt aberstärkste Kraft Grüne vor erstarkten Liberalen, Linke unter zehn Prozent Wahlbeteiligung noch schlechter als vor fünf Jahren. Europaweit liegen Konservative vorn.
Quelle: Tagesspiegel

Münteferings schwerer Gang
Tatsächlich allerdings ist das Ergebnis ist für die SPD mehr als eine weitere Niederlage. Es ist, gut drei Monate vor der Bundestagswahl, ein Desaster…
Doch Müntefering will sich lieber nicht lange bei der Europawahl aufhalten, sondern den Blick nach vorne richten. „Der Kampf um die Bundestagswahl beginnt morgen früh“, sagt der Parteichef, „es sind noch 112 Tage“. Nichts sei entschieden. Und weil er wohl ahnt, dass nach einem solchen Wahlergebnis die innerparteilichen Konflikte und der Richtungsstreit wieder aufflammen werden, mahnt er seine Parteifreunde „ohne zu zögern und ohne uns beeindrucken zu lassen, unseren Weg zu gehen.“
Quelle: Die Zeit

Günter Bannas: Die Glückseligkeit des einen
Schlimmer als vor fünf Jahren – 21,5 Prozent – könne es nicht kommen, hatten zuvor die Prognosen gelautet. Auf der Schlussveranstaltung der SPD, 37 Stunden vor Öffnung der Wahllokale, rief Frank-Walter Steinmeier, der SPD-Kanzlerkandidat: „Noch nie waren so viele Leute bei unseren Veranstaltungen. Wenn jeder von denen zur Wahl geht und Oma, Opa, Onkel und Tante, Freunde und Bekannte mitnimmt, dann freue ich mich auf den Sonntagabend – die erste Hochrechnung, wenn die roten Balken weit nach oben und die schwarzen noch weiter nach unten gehen.“ Alle hatten diese Rechnungen gemacht. Müntefering auch. Die Hoffnungen werden getrogen. Es kommt schlimmer. „Ich bin im Moment ratlos“, sagt Michael Müller, der in der Stadt Berlin Landesvorsitzender ist. Das sind die Leute aus den Beraterstäben auch. Sie sehen keine Fehler in der Wahlkampfführung. Sie wissen nicht, was das Management anders hätte machen können. Jemand versucht es mit einer Art Galgenhumor. „Das bürgerliche Lager hat deutlich verloren.“
Quelle: FAZ

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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