USA: 3,5 Millionen Kinder von Hunger bedroht

Veröffentlicht am 09.05.2009 in Soziales

Schätzungsweise 3,5 Millionen Kinder sind in den USA von Hunger bedroht, so die Organisation Feeding America in ihrem neuesten Bericht. Er beruht auf Zahlen des US-Amts für Bevölkerungsstatistik und des Landwirtschaftsministeriums aus den Jahren von 2005 bis 2007. Es ist nach Angaben der Organisation die erste derartige Untersuchung zur Lage der unter Fünfjährigen. Ursachen seien das Ausmaß von Arbeitslosigkeit und Armut und geringe staatliche Lebensmittel- und Einkommensbeihilfen
Quelle: TAZ

Es trifft einen wie die Faust in die Magengrube. Die stärkste Wirtschaftsmacht dieser Erde und Millionen Kinder hungern. Natürlich war schon immer irgendwie klar, dass etwas gewaltig schief läuft in den USA, wenn es bei besseren Wachstumsraten als in Europa dem Durchschnittsbürger heute nicht besser geht als vor zwanzig Jahren. Und wir kennen auch die Ursache. Die Früchte dieses Wachstums sind überwiegend an die oberen Einkommensgruppen gegangen. Aber dass sich in den unteren Einkommensgruppen eine solche Zahl von vom Hunger bedrohten Kindern verbirgt, war nicht zu erwarten.

Man könnte sich damit begnügen zu sagen, Schande über Amerika. Aber wer im Glashaus (…)

Nach Schätzungen des DIW ist der Gini-Koeffizient für Ungleichheit in Westdeutschland zwischen 1992 und 2006 um 6 Prozentpunkte gestiegen. Was nicht anderes bedeutet, dass bei wachsende Ungleichheit die durch Wirtschaftswachstum erzielten Gewinne nicht gleich verteilt werden. Setzt sich diese Entwicklung fort, werden wir in Deutschland über die bereits bestehende Kinderarmut hinaus amerikanische Verhältnisse erleben. Was das für die Lebenschancen dieser Kinder bedeutet, kann sich jeder ausmalen.

Was tun? Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass das Anwachsen des Bruttoinlandsprodukts nicht zwangsläufig zu einem höheren Lebensstandard für alle führt. Wir müssen uns der Verteilungsfrage annehmen. Es ist den Forschungen von Anthony Atkinson zu verdanken, dass wir heute wissenschaftlich belegt wissen, dass sogar ein geringeres Bruttoinlandsprodukt bei einer Verringerung der Ungleichverteilung einen höheren Lebensstandard ermöglicht. Atkinson hat z.B. berechnet, dass wegen der größeren Ungleichheit die USA ein etwa 15 Prozent höheres Nationaleinkommen benötigten, um das unser Niveau nationaler Wohlfahrt zu erreichen.

Gerade angesichts der gegenwärtigen Rezession sollten wir uns der Erkenntnis stellen: Ein höherer Lebensstandard ist nicht nur über Wachstum möglich, sondern auch - durch Abbau der Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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