Steuervollzug: Bayern entgeht jährlich knapp eine Milliarde Euro

Veröffentlicht am 05.06.2010 in Landespolitik

Eine Milliarde Euro geht Bayern jedes Jahr verloren, weil es nicht genügend Steuerfahnder gibt. In der gesamten Steuerverwaltung sind 1430 Stellen nicht besetzt. Sind die ehrlichen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bald die Dummen?

Die Haushaltslage erfordert bessere Steuererhebung in Bayern. Mehr Personal für die bayerische Steuerverwaltung. Von 8.333 Stellen für Betriebsprüfer und Steuerfahnder waren 2009 nur 7.608 tatsächlich besetzt.
Wenn über das Sparen und über Steuererhöhungen diskutiert wird, wäre es nicht besser, erst einmal die bestehenden Gesetze zu vollziehen?

Der SPD-Haushaltsexperte Volkmar Halbleib hat eine Reihe von Antworten auf Anfragen an die Staatsregierung ausgewertet und die Ergebnisse vor der Presse in München vorgestellt.

So sieht’s aus in der bayerischen Steuerverwaltung:

Unzureichende Personalausstattung.
Knapp eine Milliarde Euro entgangene jährliche Steuereinnahmen.
Bayern hat die "rote Laterne" im Ländervergleich.

Die Zusammenfssung

■In den Jahren 2011 und 2012, also im kommenden Doppelhaushalt, besteht ein Konsolidierungsbedarf von 5 Milliarden Euro, 3 Milliarden Euro im Jahr 2011 und 2 Milliarden Euro im Jahr 2012. Das wäre Grund genug, die Steuerverwaltung in Bayern endlich personell besser auszustatten. Durch die aktuelle Unterbesetzung gehen dem Freistaat jährlich Steuereinnahmen von bis zu einer Milliarde Euro verloren.
■Bei der Personalausstattung der Steuerverwaltung im Ländervergleich ist der Freistaat in manchen Bereichen sogar absolutes Schlusslicht. Bei der Relation Personal zu Einkommen- / Körperschaftsteuerfällen und Umsatzsteuersonderprüfer zu Unternehmen hat Bayern unter den 16 Ländern jeweils die rote Laterne.
■Überdurchschnittlich ist aber das, was die Beschäftigten in den Finanzämtern in Bayern leisten. Das zeigt beispielsweise das Mehrergebnis, das bayerische Betriebsprüfer erzielen. Im Jahr 2006 waren es über 2,1 Millionen Euro, im vergangenen Jahr 2,2 Millionen Euro.
■Die Steuerverwaltung ist in Bayern unterbesetzt. Von 8.333 Stellen für Betriebsprüfer, Steuerfahnder und im Veranlagungsinnendienst waren im Jahr 2009 nur 7.608 tatsächlich besetzt, 725 Stellen waren also nicht besetzt. Insgesamt waren im Jahr 2009 nach den offiziellen Zahlen der bayerischen Finanzverwaltung 1.430 Stellen nicht besetzt.
■Auch beim Prüfungsturnus bei Klein-, Mittel- und Großbetrieben ist Bayern im Ländervergleich schlechter als der Durchschnitt.
■Die Initiative der SPD-Landtagsfraktion, bei den Finanzämtern 100 zusätzliche Stellen im Bereich der Steuerfahndung und der Betriebsprüfung und zur Stärkung des Innendienstes 100 zusätzliche Stellen für Anwärter im Rahmen des Nachtragshaushalts 2010 zu schaffen, wurden von Schwarz und Gelb abgelehnt.
Die Haushaltslage erfordert bessere Steuererhebung
und besseren Steuervollzug in Bayern
Die regionalisierten Daten der Mai-Steuerschätzung ergibt für Bayern folgendes Bild:

Staatshaushalt
2010: bis zu 750 Millionen Euro Mehreinnahmen
2011: 3 Milliarden Euro Konsolidierungsbedarf
2012: 2 Milliarden Euro Konsolidierungsbedarf

In den Jahren 2011 und 2012, also im kommenden Doppelhaushalt, besteht ein Konsolidierungsbedarf von 5 Milliarden Euro, 3 Milliarden Euro im Jahr 2011 und 2 Milliarden Euro im Jahr 2012.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

Counter

Besucher:3033369
Heute:83
Online:1

Nachrichten

13.04.2021 16:09 Kabinett billigt Bundes-Notbremse – Gemeinsam die dritte Welle brechen
Das Bundeskabinett hat bundesweit einheitliche Regelungen beschlossen, um die immer stärker werdende dritte Corona-Welle in Deutschland zu brechen. „Das ist das, was jetzt notwendig ist: Regelungen, die im ganzen Bundesgebiet überschaubar, nachvollziehbar für jeden einheitlich gelten“, sagte Vizekanzler Olaf Scholz am Dienstag. In den vergangenen Tagen hatten der Vizekanzler und die Kanzlerin mit vielen Kabinettskolleg*innen,

13.04.2021 15:09 SPD fordert Ende des „egozentrischen Kandidatenwettbewerbs“
Markus Söder will es werden, Armin Laschet auch. Da zwei sich öffentlich streiten, bleibt die Kanzlerkandidatur der CDU/CSU weiter ungeklärt. Für die SPD ist das unverantwortlich. Denn mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie warten wichtige politische Aufgaben. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil wird am Montagabend in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ deutlich: „Das ist eine der wichtigsten Sitzungswochen

13.04.2021 08:23 Corona-Tests am Arbeitsplatz – Fragen und Antworten
Für viele Schüler*innen ist es längst normal, jetzt müssen bald auch alle Unternehmen verpflichtend ihren Beschäftigten Corona-Tests anbieten – bezahlt von der Firma. „Alle müssen jetzt ihren Beitrag im Kampf gegen Corona leisten, auch die Arbeitswelt. Um die zu schützen, die nicht von zu Hause arbeiten können, brauchen wir flächendeckend Tests in den Betrieben“, sagte

Ein Service von websozis.info

Tröge und Schweine

"Wo die Tröge sind - da sind auch die Schweine!"

(Alter Volksmund)

Herbert Wehner

"Immer wieder haben wir in der deutschen Geschichte die normative Kraft des Faktischen erlebt, noch nie aber eine die Fakten ersetzende Kraft des Phraseologischen!"

Philosophie der Läufer

Pain is temporary - pride is forever!

Albert Einstein - Dummheit

Zwei Dinge sind unendlich - das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Optimistische Menschen

Wo ein Begeisterter steht ist der Gipfel der Welt!

Joseph von Eichendorff

Banner-Websozis

Soziserver - Webhosting von Sozis für Sozis WebSozis

Otto Wels - 1933

"Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht!"

Abraham Lincoln

Man kann einige Menschen die ganz Zeit zum Narren halten
und alle Menschen einige Zeit, aber man kann nicht alle Menschen
die ganze Zeit zum Narren halten.

Revolution-Bayern

Na mach´ma halt a Revolution, dass endli wiada a Rua is!---Bayern 1918