Stabile Rentenversicherung und viel Geschwätz

Veröffentlicht am 11.11.2008 in Senioren

Schätzerkreis: Beitragssatz zur Rentenversicherung bleibt stabil
Der Beitragssatz der Rentenversicherung bleibt in den Jahren 2009 bis 2011 konstant bei 19,9 Prozent. Der Rentenwert verringert sich im selben Zeitraum von 2,75 Prozent auf 0,58 Prozent. Außerdem geht der Schätzerkreis der Rentenversicherung davon aus, dass sowohl die Gesamteinnahmen als auch die Gesamtausgaben der allgemeinen Rentenversicherung in den kommenden drei Jahren steigen werden.

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung (16/10727) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/10634) hervor, in der die Abgeordneten nach detaillierten Informationen über die Tagung des Schätzerkreises im Oktober gefragt haben. Demnach belaufen sich die geschätzten Gesamteinnahmen im kommenden Jahr auf 242 Milliarden Euro und im Jahr 2011 auf 255 Milliarden Euro. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich bei den Gesamtausgaben ab, die von 2009 bis 2011 von 239 auf 250 Milliarden Euro steigen werden. Die Rentenausgaben, so die Annahme des Schätzerkreises, steigen von 207 Milliarden Euro im Jahr 2009 auf 216 Milliarden Euro im Jahr 2011…

Die Anzahl der Rentenzugänge werde insbesondere durch die demografische Entwicklung determiniert. Aus diesem Grund sei die Anzahl der 65-Jährigen in der Bevölkerung ein geeigneter Indikator für die künftige Entwicklung. Diese wird den Angaben der Regierung zufolge auf 915.000 Personen im Jahr 2009 und auf 717.000 Personen im Jahr 2011 geschätzt. Der Anteil der 65-Jährigen und Älteren wird im gleichen Zeitraum konstant auf etwa 16,8 Millionen geschätzt.
Quelle: Deutscher Bundestag

Neben den Schätzungen für die Finanzsituation der Rentenversicherung sind vor allem die Aussagen zur demografischen Entwicklung interessant. Die Rentenreformen wurden ja stets mit der dramatischen Überalterung begründet. Nun stellt sich heraus, dass der Anteil der Älteren für die nächsten Jahre konstant bleibt. Mit der demografischen Entwicklung konnten die Renten-„Reformen“ der letzten Jahre jedenfalls nichts zu tun gehabt haben.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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