SPD will in Neumarkt würdiges Gedenken für Katharina von Pommern - Bedeutung von Frauen in der lokalen Geschichte

Veröffentlicht am 08.11.2015 in Lokalpolitik

Hintergrund des Besuchs in Gnadenberg ist die Absicht der Neumarkter SPD-Stadtratsfraktion, der Pfalzgräfin Katharina von Pommern-Stolp in Neumarkt "eine angemessene öffentliche Präsenz" zu geben, da sowohl das Kloster Gnadenberg als auch die Altstadt ohne die Gräfin nicht entstanden wären.

Die Neumarkter 2. Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger, Bürgermeister Helmut Himmler mit einer Delegation der SPD-Kreistagsfraktion ließen sich von Dr. Sandra Frauenknecht - Vorsitzende des Kulturhistorischen Vereins Gnadenberg - bei einer Führung durch das Klostermuseum über die Geschichte des ehemaligen Birgittenklosters Gnadenberg informieren. Im Sommer 2015 konnten die umfangreichen Sanierungsarbeiten mit einem Kostenvolumen von 1,5 Millionen Euro abgeschlossen werden. 

Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger und die SPD wollen verdeutlichen, dass die Neumarkter Stadtgeschichte auch von in ihrer jeweiligen Epoche bemerkenswerten Frauen gestaltet wurde und das müsse auch im öffentlichen Raum der Stadt erkennbar werden. In der lokalen Geschichtsschreibung sei in dieser Hinsicht noch einiges aufzuarbeiten.

Nachdem eine geplante Vermählung mit Heinrich V. aus dem englischen Königshaus nicht zu Stande kam, heiratete Katharina im Jahre 1407 den Pfalzgrafen Johann von Neumarkt-Neunburg (1383-1443). Die Hochzeit fand am 15. September 1407 im Dom von Ribe statt, in dem Jahre später, am 1. Januar 1443 ihr gemeinsamer Sohn Christoph zum König von Dänemark gekrönt wurde. Am 26. Februar 1416 in Neumarkt geboren, überlebte er als einziges von sieben Kindern. Man habe hier in Gnadenberg und Neumarkt also große Geschichte, meinte Dr. Frauenknecht hierzu.

Nach der Hochzeit zog Pfalzgräfin Katharina mit ihrem Gemahl nach Amberg, wo dieser als Statthalter seiner Vaters, König Ruprecht I. (1352-1410), eingesetzt war. Hier war Katharina mit der Hofhaltung beschäftigt, da sich Pfalzgraf Johann um den Schutz der pfälzischen Lande gegen König Wenzel von Böhmen kümmern musste. Als im Jahr 1410 König Ruprecht stirbt, verlegt das Pfalzgrafenpaar seine Residenz nach Neumarkt. Es ließ hier nicht nur ein neues Schloss bauen, auch St. Johannes, die Hofkirche und das Rathaus entstanden in jenen Jahren.

Die um 1390 geborene Katharina von Pommern - Stolp wurde 1407 mit dem jungen Pfalzgraf Johann verheiratet. Im Ehevertrag wurden der Braut Neumarkt und andere Orte als „Leibgeding“ zugesagt und sie brachte 40.000 Gulden Mitgift in die Ehe ein. Auf Bitten und Drängen seiner Ehefrau stiftete Johann das Kloster Gnadenberg am sog. Eichelberg, was für das kleine Fürstentum Johanns eine gewaltige Aufgabe bedeutete. Im Jahr 1420 genehmigte Papst Martin die Errichtung des Klosters gemäß den Regeln der heiligen Birgitta.

Katharina hatte mit Johann sechs Kinder, von denen aber nur der 1416 in Neumarkt geborene Christoph das Erwachsenenalter erreichte.

Katharina erlebte nicht mehr, wie sich ihre Klostergründung weiterentwickelte; sie starb am 12. März 1426, kurz nach der Ausstellung des ersten Stiftungsbriefes (3. Februar 1426), in Neumarkt. Dort wurde sie in der Hofkirche beigesetzt, bis der Bau der Klosterkirche Gnadenberg so weit vorangeschritten war, dass eine Verlegung der letzten Ruhestätte nach Gnadenberg erfolgen konnte.ihr Ehemann Johann in Neunburg seine letzte Ruhe.

Bürgermeister und stellvertretender Landrat Helmut Himmler informierte seine Fraktionskollegen, dass die Gemeinde Berg Katharina von Pommern den 2011 neu gestalteten Platz in der Ortsmitte von Unterölsbach mit einem Kunstwerk und einer Informationstafel gewidmet hat.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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