SPD-Politiker besuchen Flüchtlingsunterkunft in Dietfurt

Veröffentlicht am 15.12.2014 in Regionalpolitik

Die Sozialdemokraten sprachen von einer vorbildlichen Flüchtlingsunterkunft im Süden des Landkreises. Man könne in Dietfurt anschaulich verdeutlichen, dass über die baulichen Zustände hinaus insbesondere das Engagement der Betreiben entscheidend für die Qualität, die Außenwirkung und die möglichen Konflikte in der Nachbarschaft seien. Aktuell sind in der ehemaligen Pension 31 Flüchtlinge bzw. Asylbewerber untergebracht.

„Die Zusammenarbeit mit Bürgermeisterin Carolin Braun, der Stadtverwaltung Dietfurt sowie den Mitarbeitern am Landratsamt Neumarkt funktioniert hervorragend“, sagte Axel Kurz bei der Führung von SPD-Politikern aus dem Landkreis Neumarkt  durch das Asylbewerberheim in Dietfurt. Er betreibt mit Reinhard Sedlmeier die ehemalige Jurapension und die Inhaber haben kräftig in den Standard des Hauses bis hin zum Brandschutz investiert.

Die Sozialdemokraten sprachen von einer vorbildlichen Flüchtlingsunterkunft im Süden des Landkreises. Man könne in Dietfurt anschaulich verdeutlichen, dass über die baulichen Zustände hinaus insbesondere das Engagement der Betreiben entscheidend für die Qualität, die Außenwirkung und die möglichen Konflikte in der Nachbarschaft seien. Aktuell sind in der ehemaligen Pension 31 Flüchtlinge bzw. Asylbewerber untergebracht.

 

Neben der kompletten Kreistagsfraktion mit den Rathauschefs Carolin Braun und Helmut Himmler waren 2. Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger aus Neumarkt und die 3. Bürgermeister Anton Preißl aus Lauterhofen und Andreas Gabler aus Breitenbrunn mit dem Parsberger SPD-Fraktionssprecher Martin Beiderbeck an die Altmühl gekommen, um nach der Besichtigung im Rathaussaal an einem Fachgespräch der SPD-Kreistagsfraktion teilzunehmen.

 

Fraktionsvorsitzender und stellvertretender Landrat Helmut Himmler informierte über das Ergebnis der vereinbarten Besprechung der Fraktionsvorsitzenden mit Landrat Willibald Gailler. Dort sei das Anliegen der SPD-Kreistagsfraktion unisono befürwortet worden, einen „Neumarkter Weg zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt“ zu entwickeln. Die vorbereitende Arbeitsgruppe aus der Wirtschaft, dem Landratsamt, der VHS, der Berufsschule, dem Berufsbildungszentrum, der Agentur für Arbeit etc. soll konkrete Wege erarbeiten mit dem Ziel, Flüchtlingen den Weg in die Gesellschaft und den regionalen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Somit könnten die Zuwanderer ihr Leben finanzieren und darüber hinaus Beiträge in die Sozialkassen leisten.

 

Der Berger Bürgermeister würdigte die gute Kultur des menschlichen Umgangs im Landkreis mit den Flüchtlingen , die zuerst ihr und das Leben ihrer Familien retten wollen und – sofern sie als Asylbewerber Anerkennung finden – sich eine neue Existenz aufbauen wollen. Die Integration der teilweise sehr gut qualifizierten Flüchtlinge sei vor dem Hintergrund eines bevorstehenden Lehrlings- und Fachkräftemangels eine naheliegende ökonomische Notwendigkeit und die Wirtschaft stelle sich der nicht einfachen Aufgabe der Integration in ihren Betrieben. Bereits nach drei Monaten könnten die hier lebenden Menschen in Arbeit gebracht werden, wobei vor allem für kleine Handwerksbetriebe die Verwaltungsvorgänge deutlich entrümpelt werden müssen.

 

Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger verdeutlichte die Verantwortung der Betreiber von Asylunterkünften für die dort lebenden Menschen mitsamt dem nachbarschaftlichen Klima. Man sehe am „Vorzeigeprojekt Dietfurt“, dass das tägliche Kümmern und „vor-Ort-sein“ für den guten Betrieb eines Heims unverzichtbar sei. Im Landkreis mit derzeit 413 Flüchtlingen und 495 zur Verfügung stehenden Plätzen für Asylbewerber habe man sehr gute Erfahrungen mit den weitgehend dezentralen Unterkünften in Wohnhäusern und Wohnungen gemacht mit der positiven Folge von ganz wenigen Konflikten. Diesen Weg gelte es konsequent weiter zu gehen.

DGB-Kreisvorsitzender Michael Meier stellte klar, dass man keine Ein-Euro-Jobs für die Flüchtlinge wolle, sondern eine „selbstverständlich anständige Bezahlung“. Nur dadurch könnten aus Flüchtlingen Arbeitnehmer, Steuerzahler, Beitragszahler in die Renten-,Kranken-,Pflege- und Arbeitslosenversicherung und vielleicht sogar Staatsbürger werden.

 

Die Kreistagsfraktion hatte Geschenke für die 31 Bewohner der Unterkunft mitgebracht und alle freuten sich über die jüngste Bewohnerin – ein vor einigen Wochen geborenes und von den Eltern stolz präsentiertes, in Neumarkt und damit in Sicherheit geborenes Kind.

 

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

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