Schröder macht die Käßmann

Veröffentlicht am 11.06.2012 in Presse

Im elften Jahr des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan distanziert sich Exbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vom Krieg am Hindukusch.

“Es ist nichts gut in Afghanistan”, sagt Schröder in einem autorisierten Interview, das er für eine am Samstag erscheinende Biografie über den früheren Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, gegeben hat. Der Exkanzler, der 2001 im Namen der rot-grünen Bundesregierung den Entschluss zum Einsatz gefällt hatte, bezieht sich auf eine umstrittene Aussage der kurzzeitigen EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann. Sie hatte zum Jahreswechsel 2009/2010 in einer Predigt gesagt, nichts sei gut in Afghanistan – und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Schröder sagt nun in dem Buch: “Dieser Satz von Frau Käßmann ist so banal wie richtig.” Mit Blick auf Afghanistan sagt er, er habe nie daran geglaubt, “dass man dort eine Westminster-Demokratie wird errichten können”. Jedoch: “Was aber verteidigt worden ist oder wo sich Veränderungen ergeben haben, waren Dinge, die man nicht kleinreden darf: Ob Frauen mehr Rechte haben in einem Land oder nicht, ist ganz wichtig. Das sollte auch Frau Käßmann ganz wichtig sein.”
Quelle: taz

Anmerkung Orlando Pascheit: Mein Gott wie peinlich! Jetzt, wo alle abhauen, schließt sich Schröder an. Dabei hat er uns doch mit seiner “bedingungslosen Solidarität” dieses Desaster eingebrockt. Und trotz seiner neuen Erkenntnis, schafft er es nicht, dieses Desaster unumschränkt einzuräumen.
Da wäre dann doch noch der Gewinn an Frauenrechten. Thomas Krapf, der als Rechtsexperte bei der EU-Polizeimission in Afghanistan tätig war, sieht das etwas anders:

“Dank Enduring Freedom erlebte jene Minderheit privilegierter Frauen im ersten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends ein Intermezzo, in dem sie vor den schlimmsten Auswüchsen institutionalisierter Frauenverfolgung verschont blieb. Dagegen ist die Lage von über 70 Prozent der Frauen so unerträglich wie eh und je. … Nach dem bevorstehenden Exodus der internationalen Gemeinschaft ist die Wehrlosigkeit gegen strukturelle Verfolgung und Sadismus vorprogrammiert.”

Der Einsatz für mehr Frauenrechte in Afghanistan war sowieso nie sehr glaubwürdig, wenn man bedenkt wie wenig uns Diskriminierung und Drangsalierung von Frauen in vielen Kulturen dieses Erdballs kümmert, geschweige denn Politik und Wirtschaft. – Siehe das intensive Wegsehen des Westens beim Geschäftspartner Saudi-Arabien.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
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