Rentenversicherung: Regierung glaubt an Riester

Veröffentlicht am 15.01.2015 in Senioren

Selbst die Versicherer geben das Produkt auf und stellen fest, dass nicht einmal die Rückzahlung der nominalen Einzahlungen – real, also inflationsbereinigt, vielleicht 2/3 der Einzahlungen – garantiert werden kann. Vom Werterhalt (nach Inflation) ganz zu schweigen – aber die “Regierung glaubt an Riester”. Wer vertraut so einer Regierung, und warum?

Die Bundesregierung rechnet weiterhin mit einem starken Zuwachs in der staatlich geförderten Altersvorsorge. Bis zum Jahr 2019 erwartet sie einen Anstieg des Zulagenvolumens von derzeit 2,4 Milliarden auf dann 3,3 Milliarden Euro. Daraus lässt sich ableiten, dass sie eine wachsende Nachfrage nach Riesterprodukten unterstellt. Das geht aus der Antwort von Dietmar Meister (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, auf eine schriftliche Frage des Grünen-Abgeordneten Markus Kurth hervor. Hintergrund ist die Stagnation des Riestermarktes seit 2012. War das Wachstum der Vertragszahlen in den drei Jahren davor nur leicht schrittweise von 6,6 auf 4,8 Prozent gefallen, fiel es in jenem Jahr auf 0,7 Prozent. Seither ist die Zahl sogar leicht rückläufig. Das gesetzliche Rentenniveau sinkt durch den Riesterfaktor von 53,6 Prozent des Durchschnittseinkommens im Jahr 1998 auf 44,4 Prozent genau drei Jahrzehnte später. Die geförderte Altersvorsorge könne diese Lücke aber nicht schließen, sagt Kurth. „In der Konsequenz können viele Menschen ihren einmal erreichten Lebensstandard im Alter kaum aufrechterhalten“, sagt er. Kaum möglich, die eingezahlten Beiträge als Rente zu erhalten.
In der Versicherungsbranche ist der Glaube an Riesterprodukte ersten Anbietern abhandengekommen. Die drei Schweizer Lebensversicherer Swiss Life, Basler und Helvetia haben die geförderten Policen zum Jahresanfang aus dem Angebot herausgenommen. Zu den wichtigsten Gründen für die wachsende Zurückhaltung zählt der hohe Verwaltungsaufwand – Zulagenanträge müssen regelmäßig gestellt werden und ändern sich, wenn sich die berufliche oder familiäre Situation des Kunden verändert. Zudem wurde der Höchstrechnungszins für Versicherer gesenkt. Dadurch ist es deutlich schwieriger geworden, die Verpflichtung einzuhalten, bis zum Renteneintritt mindestens alle eingezahlten Beiträge wieder auszuzahlen.
Quelle: FAZ

 

Kommentare

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Autor: fifa15tips.com, Datum: 23.01.2015, 23:52 Uhr


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