Progressive Heimatgefühle

Veröffentlicht am 24.02.2018 in Presse

Die meisten Menschen empfinden das allerdings nicht so; sie erkranken an dieser Ruhelosigkeit, wollen einen sicheren Hafen. Heimat kann also auch was anderes als Nationalstaat sein: nämlich Sozialstaat, der Garant dafür, sich als Mensch nicht plumpen Marktmechanismen unterordnen zu müssen.

Den Heimatbegriff den Rechten zu überlassen, dürfen sich Linke nicht erlauben, meint Roberto J. De Lapuente […]
Die Welt ist eine Summe von Heimaten. Von Gegenden, in denen sich die, die dort geboren wurden oder später dazukamen, im Alltag bewegen. Eine linke Definition darf freilich nicht dem konservativen Idyll auf dem Leim gehen, wonach Heimat der Ort ist, wo man sich glücklich fühlt. Es ist der Ort, an dem man die globale Gesamtheit auf eine Übersichtlichkeit schrumpft, die man im progressiven Kampf benötigt. Heimat ist nicht, wo alle eine Sprache sprechen, sondern wo alle sich auf einen Konsens zwecks Zusammenlebens einigen müssen.
Gerade mit dem Anschwellen neoliberalen Einflusses und mit der Trivialisierung neoliberaler Theoreme im Alltag wäre eine linke Definition notwendiger denn je gewesen. Denn in der neoliberalen Vorstellung ist der Mensch ein heimatloses, d. h. ein nicht sesshaftes Wesen, ruhelos und ohne Basis. Ein Entwurzelter, dem man Flexibilität und Mobilität geradezu aufdrängen muss. Orts- und Stadtwechsel: Das sei doch menschliche Normalität. Die meisten Menschen empfinden das allerdings nicht so; sie erkranken an dieser Ruhelosigkeit, wollen einen sicheren Hafen. Heimat kann also auch was anderes als Nationalstaat sein: nämlich Sozialstaat, der Garant dafür, sich als Mensch nicht plumpen Marktmechanismen unterordnen zu müssen.
Quelle: Heppenheimer Hiob

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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