Panama Papers: Die USA lachen sich ins Fäustchen

Veröffentlicht am 10.04.2016 in Presse

Gelder aus der Schweiz, den Cayman Islands oder den Bahamas wandern zunehmend nach Nevada, Wyoming oder South Dakota. Die USA lachen sich mit jeder Enthüllung ins Fäustchen.

  1. Besonders haben sich die USA in diesem Wettbewerb hervorgetan. Während der OECD-Standard zum Informationsaustausch fast weltweit in Kraft tritt, will man in den Vereinigten Staaten nichts von einer Übernahme der Regeln wissen. Washington verweist regelmäßig auf das bilaterale Abkommen Fatca, das ähnlich aufgesetzt ist. Doch der Vergleich hinkt: Das Regelwerk verhindert zwar die Steuerflucht der US-Amerikaner, nicht aber die nach Amerika. Neben der traditionellen Steueroase Delaware haben sich in letzter Zeit mehrere Bundesstaaten als attraktiver und geheimer Ort für internationale Veranlagung hervorgetan. Gelder aus der Schweiz, den Cayman Islands oder den Bahamas wandern zunehmend nach Nevada, Wyoming oder South Dakota. Die USA lachen sich mit jeder Enthüllung ins Fäustchen. Nun muss man nicht gleich auf die Putin-Finte hereinfallen, wonach die Enthüllungen eine Attacke westlicher Agenten seien. Doch die Frage „Cui bono?“ darf gestellt werden. Und hier sind neben den USA weitere Industriestaaten die Nutznießer, denen Kapital zufließt. Wenn dann auch noch erstaunlich wenige westliche Politiker oder Unternehmen (bisher) in den Panama-Dokumenten aufscheinen, erhärtet das den Verdacht, dass nicht nur hehre Motive hinter der Aktion stecken könnten.
    Quelle: der Standard

    dazu passt auch: USA verteidigen Finanzierung von Enthüllungsplattform
    Ministeriumssprecher Mark Toner bestätigte somit Berichte, wonach die US-Entwicklungshilfeagentur USAID die Journalistengruppe finanziert habe. Diese habe Geld „von verschiedenen Spendern“ erhalten und konzentriere sich vorrangig auf Europa, so Toner. Es gehe aber nicht darum, „bestimmte Regierungen oder bestimmte Individuen“ zu verfolgen. Toner äußerte sich nach Kritik unter anderem der Enthüllungsplattform WikiLeaks, wonach es „kein Beispiel an Integrität“ sei, wenn gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin gerichtete Enthüllungen von der US-Regierung finanziert werden.
    Quelle: ORF

  2. Inside the Panama Papers – wie das globale 1% sein Geld versteckt
    Im größten Datenleak aller Zeiten – den Panama Papers – wird ein globales Netzwerk aus 214.000 Briefkastenfirmen skizziert, in denen Politiker, Superreiche und Prominente ihre Vermögen vor staatlichen Steuerbehörden verstecken.
    2015 kam es zum größten Datenleak in der Geschichte des investigativen Journalismus: 11,5 Millionen Dokumente mit einem Gesamtvolumen von 2,6 Terabyte wurden von einem anonymen Whistleblower aus der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca an die Süddeutsche Zeitung geleakt, die die  Daten über das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) daraufhin einem globalen Netzwerk aus 109 Zeitungen zugänglich gemacht hat; darunter einige der weltweit renommiertesten progressiven Blätter wie die französische Le Monde, die russische Nowaja Gaseta, die israelische Haaretz oder der englische The Guardian.
    376 Journalisten in 76 Ländern arbeiteten ein Jahr an der Aufarbeitung der Datenflut und veröffentlichten zeitgleich am 3. April ihre Ergebnisse.
    Quelle: Die Freiheitsliebe
 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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