Lieber angemessene Steuersätze als angebliche Geschenke

Veröffentlicht am 15.12.2015 in Service

Was bilden sich diese milliardenschweren Typen eigentlich ein zu glauben, dass sie mit ihrem Geld bestimmen können, wer gefördert werden soll und wer nicht? Es gibt keinen vernünftigen Grund diese »Geberlaune« aus Zeiten der viktorianischen Suppenküche für gut zu befinden.

Was war das mediale Stimmengewirr letzte Woche aus dem Häuschen. Der Zuckerberg wollte angeblich seinen Reichtum aufgeben. Nun gut, nicht ganz, aber einen Großteil seiner Milliarden wollte er wohl spenden. Im hessischen Radio bemühten sie einen Mediziner und spürten der Frage nach, ob denn die Geburt eines Kindes, wie bei den Zuckerbergs geschehen, einen positiven Einfluss auf die Spendenbereitschaft habe.
Der Mediziner bejahte und brachte mal wieder das fabelhafte Hormon Oxytocin ins Spiel. Das zählen sie immer auf, wenn sie rational nicht weiterkommen im Qualitätsjournalismus. Es ist quasi die hormonelle Generalvollmacht zur Erklärung in menschelnden Fragen. Die Moderatorin war voll in ihrem Element und sagte »Ah« und »Oh« – und ich fluchte indes, denn die brachten »Kuschelhormon« und Zuckerbergs geplante Stiftung in einem Satz unter und verdrängten ganz galant, dass Stiftung immer auch bedeutet, seinen Reichtum nicht durch Steuerzugriff stiften gehen zu lassen. Zuckerberg ist nicht der frischgebackene Vater mit hormoneller Spendierhose, sondern Geschäftsmann, der die Kontrolle über sein Geld nicht einfach abtritt. Doch die redeten über Oxytocin und nannten das Information, während die »Giving Pledge«-Bande sich aufmacht, die gesellschaftlichen Gestaltungsrahmen an sich zu reißen.
Dass das eine Nebelkerze war und dass die Medien mal wieder blindlings begeistert waren, haben andere schon kommentiert. Jens Berger sprach vom »Märchen vom heiligen Mark« und der Mozilla-Entwickler Zawinski nannte die Jubelchöre »leichtgläubige Idioten«, denn »wenn ein Multimilliardär per Pressemitteilung verkündet, dass er irgendwann einmal alles […] an eine gemeinnützige Stiftung überweist, die zudem vollständig unter seiner Kontrolle steht, dann ist das keine Spende, sondern bloß eine Geldverschiebung von einem Bankkonto auf ein anderes«. Diese Stimmen sind die eine Seite der Angelegenheit. Die andere formuliert sich so: Was bilden sich diese milliardenschweren Typen eigentlich ein zu glauben, dass sie mit ihrem Geld bestimmen können, wer gefördert werden soll und wer nicht? Es gibt keinen vernünftigen Grund diese »Geberlaune« aus Zeiten der viktorianischen Suppenküche für gut zu befinden.
Quelle: Heppenheimer Hiob

 

Kommentare

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Autor: Andrzej, Datum: 25.12.2015, 16:54 Uhr


Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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