Kaufkraft der Rentner schrumpft - Altersarmut nimmt zu

Veröffentlicht am 07.07.2011 in Senioren

Steigende Preise, geringe Rentenanpassungen, wachsender Niedriglohnsektor: Die Altersarmut wird langfristig steigen - immer mehr ältere Menschen werden auf Sozialleistungen angewiesen sein. Süddeutsche Zeitung, 6.6.2011

Das geht aus zwei Papieren des Arbeitsministeriums hervor, die der "Süddeutschen Zeitung" vorliegen. Politiker streiten darüber, wie das Problem in den Griff zu bekommen ist.
Trotzdem dürften viele Ruheständler sich über die amtliche Sprachoffensive wenig gefreut haben. Schließlich steigen die Renten um lediglich 0,99 Prozent - bei einer Inflationsrate von derzeit 2,3 Prozent. Damit setzt sich ein Trend fort, den die Bundesregierung jetzt erstmals offiziell mit Zahlen bestätigt hat: Demnach ist die Kaufkraft der Rentner in den vergangenen zehn Jahren erheblich geschrumpft. Und die Altersarmut nimmt langfristig zu.

Der Vorsitzende der Linken, Klaus Ernst, wollte es genau wissen und fragte nach, wie sich der Realwert der Bruttostandardrente seit 2001 entwickelt hat. Die Antwort des Bundesarbeitsministeriums, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt, ist eindeutig: Danach stiegen die Preise von 2001 bis 2010 um durchschnittlich 1,36 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden die gesetzlichen Altersbezüge um 0,82 Prozent pro Jahr erhöht. Werden die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung berücksichtigt, die die Rentner zu zahlen haben, betrug das Plus lediglich 0,56 Prozent jährlich. Nach Berechnungen der Linken ist der reale Wert der Renten damit innerhalb von zehn Jahren um insgesamt sieben Prozent zurückgegangen.

Die Ruheständler sind damit aber keine Ausnahme: Arbeitnehmern geht es kaum besser. Siebenmal, 2001 sowie von 2004 bis 2009, mussten sie in den vergangenen zehn Jahren Reallohnverluste hinnehmen. 2010 verbesserten sich ihre Reallöhne, also nach Abzug der Inflation, erstmals seit sechs Jahren um 1,1 Prozent.

Linken-Chef Ernst sieht dies ganz anders: "Auf Deutschland rollt eine Welle der Altersarmut zu. Wenn die Renten weiter in dem Tempo sinken, dann liegt die Durchschnittsrente in zehn Jahren unter der Grundsicherung", sagte er der SZ.

In einer anderen Antwort auf eine Linken-Anfrage hat die Bundesregierung ebenfalls neue Statistiken zur Altersarmut vorgelegt: Danach sind immer mehr alte und kranke Menschen auf staatliche Sozialleistungen angewiesen. Ihre Zahl stieg seit 2003 bis Ende 2009 um 74 Prozent oder 325.000 auf knapp 764.000. Dazu gehören sowohl voll erwerbsgeminderte Personen unter 65 Jahren als auch Rentner, die die Grundsicherung im Alter erhalten.

2009 mussten Menschen, die die Grundsicherung im Alter benötigten, mit 658 Euro im Monat auskommen. Diesen "Bruttobedarf" nennt die Regierung, darin enthalten sind 290 Euro für Heizung und Unterkunft.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

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