John F. Kennedy als Trumps Kronzeuge

Veröffentlicht am 31.05.2017 in Presse

Trump-Schwiegersohn Kushner wollte vertrauliche US-Kontakte nach Moskau aufbauen. Warum wird das wie Landesverrat behandelt? In der Kubakrise 1962 haben sie die Welt vor einem Atomkrieg bewahrt. Eine Analyse.

Ist die politische Jagdsaison eröffnet, wird es schwer für das kritische Denken. Am Versagen des US-Präsidenten Donald Trump gibt es zwar wenig zu beschönigen. Er ist ein Desaster, das hat seine erste Auslandsreise gerade erst wieder bestätigt. Aber die Art, wie der Versuch seines Schwiegersohns Jared Kushner, vertrauliche Gesprächskanäle nach Moskau aufzubauen, nun in den Ruch des Landesverrats gerückt wird, ist bedenklich.
„Geheimkanäle“ zwischen dem Weißen Haus und anderen Staatsführungen sind nicht per se etwas Schlechtes. Auch nicht, wenn das andere Ende dieser Gesprächsverbindung in Feindesland liegt. Ganz im Gegenteil: Gerade dann können sie sich als wertvoll erweisen. Es kommt freilich darauf an, wofür sie genutzt werden.
Die Kuba-Krise 1962 hätte möglicherweise zu einem Atomkrieg geführt, wenn der damalige US-Präsident John F. Kennedy – heute wäre sein 100. Geburtstag – nicht solche „geheimen“ Gesprächskanäle in den Kreml gehabt hätte, unter bewusster Umgehung der offiziellen Diplomatie. Er misstraute den Geheimdiensten und der militärischen Führung.
Quelle: Tagesspiegel

 

Anmerkung unserer Leserin A.F.: Endlich mal ein differenzierter und abwägender Kommentar. Nur die Reihenfolge der jeweiligen Stationierungen durfte natürlich nicht allzu deutlich heraus gearbeitet werden. Zuerst waren da nämlich die Atomraketen an der sowjetischen Grenze und als eine Reaktion darauf, neben den ständigen Mordversuchen gegen Castro und der versuchten Destabilisierung Kubas.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

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Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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