HGÜ Süd-Ost vor dem Aus? - Himmler äußert sich in Hausheim zur aktuellen Lage

Veröffentlicht am 23.01.2015 in Lokalpolitik

"Heute gibt es begründete Hoffnung, dass die Höchstspannungsleitung Süd-Ost, die quer durch unsere Gemeinde Berg und den Landkreis Neumarkt  führen würde, nicht kommt und damit eine unsägliche Landschaftsverschandelung verhindert werden kann!" Dies erklärte Bürgermeister und stellvertretender Landrat Helmut Himmler am Donnerstagabend bei einer Bürgerversammlung im Berger Gemeindeteil Hausheim. Von der  Trassenführung der Monstertrasse wären das Schwarzachtal, Kettenbach, Haslach und insbesondere Hausheim mit dem Dillberg äußerst negativ betroffen.

Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) teilte am Rande der CSU-Klausur in Kreuth mit, dass es keine zwei Stromautobahnen durch Bayern geben werde. "Wir gehen davon aus, dass für die Versorgungssicherheit in Bayern nur eine Trasse notwendig ist. Das zeichnet sich als Ergebnis des Energiedialogs ab", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums dem BR. Medienberichten zufolge soll es sich bei der einen Stromtrasse um den "Südlink" von Norddeutschland nach Unterfranken handeln - und nicht um die durch die nördliche Oberpfalz führende Süd-Ost-Trasse, gegen die viele Bürger in Ostbayern protestieren.

Vom Tisch sei die Südost-Passage aber erst, wenn sie nicht mehr im Bundesbedarfsplan stehe, meinte der Berger Bürgermeister. Die Gesetzgebungskompetenz für die Bedarfsplanung der Stromtrassen liege beim Bund und nicht in der Zuständigkeit der Bayerischen Staatsregierung in München. Man könne aber davon ausgehen, dass die bayerische Position mit den Koalitionspartnern in der Bundesregierung und auch mit dem Bundeskanzleramt abgestimmt sei. Himmler geht auch davon aus, dass die in den Medien berichtete Irritation über das Vorpreschen von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner eine inszenierte Medienshow ist und die CSU durch ein abgekartetes Spiel  für einige Tage die Nachrichtenlage dominieren kann.

Am 2. Februar werde dies erneut so sein, wenn die Ministerin und der Ministerpräsident medienwirksam das geplante Aus für die Süd-Ost-Gleichstrompassage verkünden.

Belustigt gab sich der Berger Bürgermeister über die Berichterstattung im Bayerischen Fernsehen, denn dort wüssten offensichtlich viele Redakteure nicht, dass die Trasse neben Franken und Schwaben auch durch die Oberpfalz geführt werden sollte. Himmler würdigte in Hausheim das vehemente und beständige Engagement der Bürgerinitiativen "Trassenwahn 17.01" sowie "Schwarzachtal" in der Gemeinde Berg in Verbindung mit den anderen bestehenden BI´s im Landkreis Neumarkt.

"Ohne das entschiedene Auftreten der Bürgerinnen und Bürger in Zusammenarbeit mit der Regionalpolitik wäre die HGÜ Süd-Ost kalt geplant, administriert und schließlich gebaut worden", meinte Helmut Himmler am Donnerstag. Das Ziel der Verhinderung der überflüssigen Monstertrasse sei aber noch lange nicht erreicht. Daher müssten auch in den kommenden Monaten während des Gesetzgebungsverfahrens des neuen Bedarfsplans die Proteste weiter gehen und der Druck auf die Bundes- und Landespolitik aufrecht erhalten bleiben.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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