Hallo Berlin, hören Sie uns?

Veröffentlicht am 27.03.2010 in Europa

Verzweifelt versucht Europa, mit Deutschland in einen volkswirtschaftlichen Dialog zu treten. Doch dort versteht man immer nur BWL.
Ein Beispiel aus Babylon: Angela Merkel hält an Deutschlands Exportüberschüssen fest, verlangt aber vom Ausland die Begleichung der Schulden. Wenn ein Unternehmer das sagt, ist es in Ordnung. Sagt eine Kanzlerin dasselbe, ist es peinlich. Beides geht einfach nicht. Solange die Bundesrepublik Leistungsbilanzüberschüsse erzielt, steigen per Definition die Schulden des Auslands gegenüber Deutschland.

Und wo bitte, sind denn die Stärken, an denen Deutschland festhalten soll? Etwas anderes als die Exportüberschüsse kann Frau Merkel dabei nicht im Sinn gehabt haben. Aber ein Exportüberschuss ist nun mal kein volkswirtschaftlicher Selbstzweck. Exporterlöse dienen der Finanzierung der Importe. Punkt. Anhaltende Exportüberschüsse sind nicht nur nutzlos, sondern sogar extrem schädlich. Sie führen zu einer Anhäufung von letztlich wertlosen Forderungen, die den Finanzsektor zahlenmäßig und charakterlich aufblähen – bis die Blase platzt.
Quelle: Der Freitag
Prügel für den Streber
Deutschlands Diplomaten haben jetzt einen Spickzettel. Vier Seiten umfasst das vertrauliche Schreiben mit dem Aktenzeichen 34/2010, das das Auswärtige Amt am 3. März an die »lieben Kolleginnen und Kollegen« in den Botschaften verschickt hat. Im Anschreiben steht zwar, dass das »mit dem Bundesfinanzministerium abgestimmte Argumentationspapier zu den Leistungsbilanzdefiziten innerhalb der Euro-Zone« nur als »persönliche Hintergrundinformation« gedacht sei. Aber eigentlich enthält die Berliner Depesche eine klare Dienstanweisung an die Diplomaten: »Deutsches Wachstumsmodell verteidigen«. Man habe »seine Hausaufgaben gemacht«. Jetzt seien die anderen an der Reihe.
Stimmt: Deutschland hat seine Hausaufgaben gemacht. Das Land ist vom »kranken Mann Europas« (so der britische Economist 2005) zum Land eines neuen Wirtschaftswunders (dasselbe Magazin 2010) aufgestiegen. Die Deutschen haben ernst genommen, was die Ökonomen predigten: härter arbeiten, wendiger wirtschaften, weniger verdienen, sonst stehlen die Chinesen unseren Wohlstand.
Quelle: Die Zeit

Anmerkung WL: Und was wäre erreicht, wenn alle anderen ihre „Hausaufgaben“ auch machten, also härter arbeiteten, wendiger wirtschafteten, weniger verdienten? Es ginge allen schlechter, sie könnten weniger konsumieren, weniger nachfragen und weniger importieren. Der Ausweg für die Deutschen wäre, dass sie noch härter arbeiteten und noch weniger verdienten. Der Wettlauf nach unten ginge von vorne los. Kann das eine vernünftige Perspektive sein?

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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