Geschichte als Fiktion

Veröffentlicht am 26.07.2011 in Europa

Die Schuldenkrise in den Europa und den USA hat der Deutschen Mark einen deutlichen Wertzuwachs beschert. Verlierer sind allerdings die deutschen Unternehmen, denn Exporte werden immer teurer. ---von f.luebberding am 17. Juli 2011

Deutsche Unternehmen sind die großen Verlierer der Schuldenkrise in Europa und den USA. Weil Anleger weltweit die DM als Fluchtwährung bevorzugen, ist die Währung gegenüber dem Dollar und den anderen europäischen Währungen so viel wert wie noch nie. In zwölf Monaten stieg die DM im Durchschnitt um 20 Prozent. Insgesamt rechnen die Analysten der internationalen Finanzhäuser damit, dass die Nettogewinne der 20 größten deutschen Unternehmen in diesem Jahr um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr sinken. Das zeigt eine Analyse des Handelsblatts (Montagsausgabe). Anfang des Jahres lagen die Prognosen noch bei 11,4 Prozent Wachstum. Solch ein Verfall zeichnet sich sonst nur bei den griechischen Unternehmen ab.

Die starke DM macht die Produkte der exportorientierten Firmen weniger wettbewerbsfähig. Fast alle Konzerne listen die Währungsverluste in ihren Quartalsberichten auf und liefern den Analysten so die Vorlage für ihre Jahresprognosen. Ein renommierter deutsche Konzern wird am kommenden Freitag nach Informationen unserer Zeitung seine Halbjahresbilanz veröffentlichen, wonach der Vorsteuergewinn um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen ist. Bei stabilen Wechselkursen wäre er um sechs Prozent gestiegen. Ähnlich sind die Auswirkungen bei vielen anderen Firmen. Der Standort Deutschland sei nicht mehr zu halten, wenn es nicht endlich die überfälligen Reformen in den Sozialsystemen gibt, so auch der BDI in einer Erklärung von gestern.

Hilferuf an Politik

Die Verantwortlichen, namentlich Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), reagierten auf die Dramatik der Währungskrise nicht entschieden genug, so führende Unternehmensvertreter gegenüber unserer Zeitung. Kritik am Wirtschaftsminister äusserte auch der frühere Bundesfinanzminister, Peer Steinbrück (SPD). Rösler habe das Problem wohl erkannt, aber er bringe keine Lösungsvorschläge, sagte er gegenüber der «FAZ am Sonntag»: «Jetzt geht er in die Ferien. Das ist falsch, denn wir dürfen nicht noch mehr Zeit verlieren.» Es zeigten sich wieder einmal die desaströsen Folgen der Fehlentscheidung der Regierung Kohl, das Projekt einer gemeinsamen europäischen Währung wegen der Bedenken von Bundesbank und Ökonomen immer wieder auf die “lange Bank geschoben zu haben”, so Steinbrück. “Erst die europäische Kleinstaaterei hat die Europäer zum Spielball der Finanzmärkte gemacht”. Dafür müssten wir heute bitter bezahlen.

Die Quellen dieser unerzählten Geschichte findet man hier und hier.

Weil Geschichte anders geworden ist, bedeutet das nicht, dass das Andere besser gewesen wäre. Nur anders. Diese Einsicht schützt vor Nostalgie. In diesen Tagen könnte das eine wichtige Erkenntnis sein.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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