Gemeinde Berg baut regenerative Energien aus

Veröffentlicht am 24.03.2011 in Kommunalpolitik

Bürgermeister Helmut Himmler erläutere dem Gemeinderat zur Thematik, dass nach Errichtung der genehmigten Windkraftanlagen – es werden dann sechs in Betrieb sein – und dem Zubau der Photovoltaik in Berg mehr Strom erzeugt als verbraucht werde. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der auslaufenden Atomenergiewirtschaft sei dies eine bedeutsame und richtige Entwicklung.

Die Gemeinde Berg wird in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der "Jurenergie" – bei der die Kommune auch Gesellschafter ist – bis Juli auf den Dächern des Bauhofs sowie der Kläranlage Photovoltaikanlagen errichten.

Nachdem eine weitere Kürzung der Einspeisevergütung um etwa 15 Prozent zum 1. Juli 2011 erfolgen wird und auch die Preise für die Photovoltaik-Module stagnieren, wäre - in Bezug auf die Realisierung eines Projektes in der Gemeinde Berg - schnelles Handeln angesagt, so Vorstandssprecher Carsten Borrmann von der "Jurenergie".

Nach Überprüfung wurden für die Anbringung von Photovoltaik-Anlagen auf kommunalen Dächern in der Gemeinde Berg zwei Standorte identifiziert:
•Bauhof Berg, Waller Straße: vier Dächer - 81,5 KWp Leistung (Investitionsvolumen: 173.283 Euro)
•Kläranlage Berg-Meilenhofen: zwei Dächer - 32,9 KWp Leistung (Investitionsvolumen: 72.380 Euro)
Das Gesamt-Investitionsvolumen beträgt demnach 245.663 Euro.

Die Gemeinde Berg würde vor Anbringung der Photovoltaik-Anlagen die drei am gemeindlichen Bauhof vorhandenen Dächer selbst sanieren und diese mit "Solarpan-Trapezblech" eindecken.

Zur Nutzung der Dachflächen an den gemeindlichen Liegenschaften Bauhof und Kläranlage stellt Borrmann vier Varianten vor:
•Variante 1:
◦Die Jurenergie eG mietet die Dächer für 21 Jahre fix, beschafft, installiert und betreibt diese Photovoltaik-Anlage.
◦Die Gemeinde erhält jährlich 1.960 Euro Dachmiete. Gerechnet auf 21 Jahre somit insgesamt 41.160 Euro.
◦Alternativ könnte diese Miete für den Zeitraum von 21 Jahren auch vorab in einer Einmalzahlung in Höhe von 21.300 Euro (abgezinst) ausbezahlt werden.
◦Ende 2031 müsste eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob die Anlage bei Zahlung von 10 Prozent (24.566 Euro) des ursprünglichen Anlagenwertes an die Gemeinde Berg übergeben wird, oder ob ab 1.1.2032 durch die Jurenergie der Verkauf des Stromes erfolgen sollte, wobei die Gemeinde Berg 30 Prozent des Erlöses oder Strom im Gegenwert dieser 30 Prozent erhalten würde.
•Variante 2:
◦Die Jurenergie mietet die Dächer für 30 Jahre fix, beschafft, installiert und betreibt diese Photovoltaik-Anlage.
◦Die Gemeinde erhält jährlich 2.550 Euro Dachmiete - gerechnet auf 30 Jahre demnach insgesamt 76.500 Euro.
◦Nach Ablauf dieses Mietvertrages müsste sich die Gemeinde Berg entscheiden, ob die Photovoltaik-Anlage für 0 Euro übernommen wird oder diese Anlage durch die Jurenergie abgebaut wird.
•Variante 3:
Diese Variante beinhaltet eine Teilung der Anlagen am Bauhof und an der Kläranlage.
◦Bauhof: Die Jurenergie mietet die Dächer für 21 Jahre fix, beschafft, installiert und betreibt diese Photovoltaik-Anlage. Die Gemeinde Berg erhält hierfür jährlich 610 Euro Dachmiete für die Dächer am gemeindlichen Bauhof. Gerechnet auf 21 Jahre somit insgesamt 12.810 Euro, oder alternativ vorab in einer Einmalzahlung 6.500 Euro.
◦Kläranlage: Die Gemeinde Berg (Investor) ist Eigentümer der Photovoltaik-Anlage am Dach der gemeindlichen Kläranlage in Berg-Meilenhofen. Die Jurenergie realisiert und wartet die Photovoltaik-Anlage für die Gemeinde für 0 Euro.
◦Nach Ablauf des Mietvertrages Ende 2031 müsste eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob die Anlage an die Gemeinde Berg übergeben wird oder durch die Jurenergie der Stromverkauf - an welchem die Gemeinde Berg beteiligt werden würde - erfolgen sollte.
•Variante 4:
◦Als letzte Variante stellt Borrmann noch die Alternative vor, dass die Gemeinde Berg die Photovoltaik-Anlagen für beide kommunalen Liegenschaften selbst beschafft und betreibt sowie die Wartung der Anlagen übernimmt.
Im Rahmen der sich anschließenden Aussprache werden von Seiten der Mitglieder des Gemeinderates vor allem die Varianten 2 und 3 näher betrachtet. Zum einen wird die Variante 2 favorisiert, da bei dieser Ausführung keinerlei Risiko für die Kommune besteht und auch keine Kapitalbindung erfolgen würde, zum anderen könnte man sich aber auch die Realisierung der Variante 3 mit der Teilung der Anlagen Bauhof (Umsetzung durch "Jurenergie") und Kläranlage (Umsetzung durch die Gemeinde Berg) vorstellen.

In diesem Zusammenhang gab Bürgermeister Himmler auch noch bekannt, dass die Neueindeckung der Dächer am gemeindlichen Bauhof - die vor der Installation der Photovoltaikanlagen zu erfolgen hat - Kosten von rund 54.000 Euro verursachen wird.

Der Gemeinderat war übereinstimmend der Auffassung, dass die Gemeinde Berg die Umsetzung zukunftsweisender, regionaler Energiekonzepte durch Bereitstellung kommunaler Dächer wie am Bauhof oder der Kläranlage aktiv unterstützen sollte. Nach ausführlicher Beratung über die vorgestellten Ausführungsvarianten kommt der Gemeinderat letztendlich zu der Auffassung, die Variante 2 mit der "Jurenergie" umzusetzen.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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