Gegen Gewalt verherrlichende Spiele

Veröffentlicht am 23.07.2008 in Jugend

Viele Eltern wissen nicht, womit sich Kinder und Jugendliche beschäftigen, wenn sie stundenlang vor dem Computer sitzen. Gerade "Killerspiele" bedeuten einen riesigen Markt zu Lasten der Entwicklung unserer Kinder.

Neumarkt/Berg - Bei seiner letzten Sitzung in Gardelegen/Sachsen - Anhalt hat sich der "Ausschuss für Schule, Sport und Kultur" des Deutschen Städte-

und Gemeindebundes, dem Bürgermeister Helmut Himmler aus Berg angehört, entschieden für die vom Bundestag beschlossene Verschärfung des

Jugendschutzes, mit dem Jugendlichen der Zugang zu Gewalt verherrlichenden Filmen und Computerspielen erschwert werden soll, ausgesprochen.

Killerspiele, Gewalt beherrschte Spiele, welche Mord- und Gemetzelszenen beinhalten, so Himmler, dürften nicht in Kinderhände kommen und müssten

verboten werden.

Daher sei Eltern auch im Landkreis Neumarkt anzuraten, sich um den Spielekonsum der Kinder zu kümmern. Aus entsprechenden Untersuchungen

wisse man inzwischen, dass Eltern kaum wüssten, mit welchen Spielen sich ihre Kinder in der Freizeit befassen.

Die Vertreter der deutschen Städte und Gemeinden lehnen die in den letzten Jahren wiederholt vom deutschen Kulturrat angestoßene Diskussion nach

Anerkennung von Computerspielen als eigenständigen Kulturbereich völlig ab. Visualisierte Gewaltanwendung ohne dramaturgischen Hintergrund könne

nicht unter die Kunstfreiheit fallen und sei demzufolge kein Bereich der Kulturwirtschaft, sondern allenfalls Geschäft.

Ausdrücklich bedauert wurde in Gardelegen die im Jugendschutzgesetz vorgesehene und später gestrichene Regelung zum Einsatz jugendlicher

"Testkäufer". Himmler erinnert an ein Gespräch mit Polizeirat Helmut Lukas und dem stellvertretenden Leiter der PI Neumarkt, Jakob Bierschneider, in dem

die gleiche Thematik zum Alkoholkonsum Jugendlicher in Stadt und Landkreis Neumarkt diskutiert wurde.

Es müsse viel strenger kontrolliert werden, in welchen Verbrauchermärkten und Tankstellen an Jugendliche Alkohol verkauft werde und in welchen Läden

Gewaltspiele an Kinder und Jugendliche abgegeben werden. Festgestellte Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz wegen verantwortungsloser

Geschäftemacherei zu Lasten von Kindern müsse streng bestraft und mit hohen Geldbußen belegt werden. Hier seien auch alle Bürgerinnen und Bürger

in der Verantwortung und zur bedingungslosen Anzeige verpflichtet, sofern sie solche Beobachtungen machen. Wegsehen und Ignorieren sei weder trag-

noch verantwortbar.

Die Forderung von Mechthild Appelhoff von der Landesanstalt für Medien des Landes Nordrhein - Westfalen nach Bildung von "Medienkompetenz in den

Schulen durch engagierte Arbeit von Lehrern" kommentierte Himmler mit dem Begriff "Inkompetenzkompensationskompetenz". Wieder einmal solle Schule

dekadente gesellschaftliche Fehlentwicklungen ausgleichen. Diesbezüglich sei Schule allein überfordert, vielmehr müsse auch in den Elternhäusern und

in der Jugendarbeit dem Konsum von Gewaltspielen entgegengewirkt werden. Der Gewaltspielemarkt setze inzwischen Jahr für Jahr Milliarden Euro um

und der deutsche sei der Umsatzstärkste in Europa.

Es bedeute eine gewaltige Anforderung für alle Akteure im Erziehungs- und Unterrichtsbereich, in der Jugendarbeit und in den Familien, Kinder wieder

mehr an das reale Leben heranzuführen und sie nicht im Bereich des Virtuellen und Fiktiven verkümmern zu lassen.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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