Freispruch für den Serienkiller

Veröffentlicht am 06.07.2019 in Presse

Kriegsverbrechen des US-Elitesoldaten Edward Gallagher bleiben ungesühnt. Unterstützung durch Trump und US-Navy. - An Dekadenz nicht mehr zu überbieten; hier wird jedes Menschenrecht zur Makulatur.

Das Urteil hat Signalwirkung. Am Dienstag (Ortszeit) hat ein US-Militärgericht im kalifornischen San Diego den wegen Kriegsverbrechen angeklagten Edward Gallagher in praktisch allen Punkten freigesprochen. Der ranghohe Offizier der Spezialeinheit US Navy Seals war 2017 im Einsatz im Irak. Dabei soll er laut Anklage unter anderem einen verletzten Gefangenen mit seinem Jagdmesser erstochen und später mit der Leiche des Jugendlichen für Fotos posiert haben. Zudem soll der hochdekorierte Scharfschütze aus einem Versteck heraus unbewaffnete Zivilisten erschossen haben, unter ihnen ein Schulmädchen.
Nach zwei Verhandlungswochen kam die US-Jury nun zu dem Schluss, dass Gallagher kein Mörder sei. Als einzigen Punkt der Anklage, in dem der Elitesoldat schuldig gesprochen wurde, blieb nur noch das Posieren mit der Leiche des gefangenen Jugendlichen, wofür ihn voraussichtlich eine Höchststrafe von vier Monaten erwarten wird. Da Gallagher schon neun Monate in Untersuchungshaft saß, kommt auch dieses Urteil einem Freispruch gleich. Oder, wie sein Verteidiger Timothy Parlatore es am Dienstag ausdrückte: »Er geht also nach Hause«.
Quelle: junge Welt

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

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