Freies Vorschuljahr in Berg oder bessere Qualität der Betreuung

Veröffentlicht am 13.12.2009 in Bildung

In der Gemeinde Berg übernimmt die Kommune für die Grundbuchungszeit von 4 - 5 Stunden pro Tag die Kosten für den Besuch des letzten Kindergartenjahres. Eine Gemeindebürgerin meint in ihrem in der Lokalpresse erschienenen Leserbrief, dieser finanzielle Anreiz sei nicht nötig, da inzwischen ohnehin nahezu alle Kinder Vorschuleinrichtungen besuchen. Daher sollte man die Gelder in die Verbesserung der Qualität in den Betreuungseinrichtungen stecken, z. B. durch zusätzliche Fachkräfte und mehr individuelle Betreuung. Dies zahle sich letztlich mehr aus als 600 Euro von der Gemeinde pro Kind....

Diese Betrachtungsweise ist gewiss berechtigt und wurde auch bei der einstimmigen Entscheidung des Gemeinderats für die Übernahme des Elternbeitrags für das letzte Kindergartenjahr in Kindertageseinrichtungen thematisiert und abgewogen.

Die Begründung der Kostentragung durch die Gemeinde ist aber eine andere: das letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung - das Vorschuljahr also - gehört zweifellos zu den Bildungseinrichtungen und sollte daher beitragsfrei gestellt werden durch Kostenübernahme durch den Staat, wie bei den Schulen. Die Landespolitiker formulieren diese Ziele auch in Sonntagsreden oder Koalitionsvereinbarungen, aber sie handeln nicht. Auch in Bayern ist es diesbezüglich bisher bei der üblichen Ankündigungspolitik geblieben. Es muss aber ein grundsätzliches Ziel sein, im Zuge einer ganzheitlichen Familienpolitik die Kindertagesstätten als gesamtgesellschaftliche und damit staatliche Aufgabe zu finanzieren.

Im Vorgriff aus staatliches Handeln finanziert daher die Gemeinde Berg für ihre Familien das letzte Kindergartenjahr.

Ein anderer Hinweis im Leserbrief ist ebenfalls bemerkenswert und kennzeichnet die völlig unterschiedliche Situation unserer Familien. Für gut situierte Familien mit hohem Einkommen bzw. Doppelverdienern ist es in der Tat ziemlich belanglos, ob sie durch die Hilfe der Gemeinde im Jahr 600 Euro mehr oder weniger im Familienbudget haben. Die große Mehrheit unserer Familien mit Kindern ist aber in einer völlig anderen Lage. Die finanziellen Spielräume sind oftmals sehr eng, gar nicht vorhanden oder gegebenenfalls unter Mithilfe der Eltern und Großeltern. Insbesondere diese Familien habe ich bei meinen Überlegungen zu familienpolitischen Maßnahmen im Blick und da sind 600 Euro eben alles andere als belanglos. Daher bin ich mir auch sicher, dass das freie letzte Kindergartenjahr in Berg richtiig, angemessen und hilfreich für viele Familien ist. Die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft belegen diese Einschätzung eindeutig.

Abschließend sei erwähnt, dass die Gemeinde Berg für ihre fünf Kindertagesstätten sowie die Kinderkrippe im Haushaltsjahr 2009 insgesamt 1,158 Millionen Euro finanziert.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

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