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Helmut Himmler, Bürgermeister.

Otto Wels - 1933 :

"Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht!"

Abraham Lincoln :

Man kann einige Menschen die ganz Zeit zum Narren halten
und alle Menschen einige Zeit, aber man kann nicht alle Menschen
die ganze Zeit zum Narren halten.

Revolution-Bayern :

Na mach´ma halt a Revolution, dass endli wiada a Rua is!---Bayern 1918

 

Erntehelfer – Wer rettet die Erdbeeren? :

Europa

Bauern sind in Sorge: Früchte vergammeln auf Feldern, weil es zu wenig Erntehelfer gibt. Wo sind die vielen Saisonkräfte hin? Und wer könnte die Arbeit stattdessen tun?

Normalerweise bestimmt das Wetter, wann Obst und Gemüse vom Feld kommt. In diesem Jahr ist es der Mensch. Oder besser gesagt: jene Menschen, die nicht da sind. Immer mehr Bauern klagen, dass ihnen die Saisonarbeiter fehlen und dass ihnen Spargel und Erdbeeren auf den Feldern verderben, weil sie nicht schnell genug geerntet werden können. “Im Frühjahr dachten wir noch, alles würde ähnlich verlaufen wie letztes Jahr. Aber jetzt wissen wir: Es wird ernst”, sagt Burkhard Möller, Hauptgeschäftsführer des landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbands GLFA. “Es muss etwas passieren.”
In Zahlen lasse sich die Misere noch nicht ausdrücken, aber es gebe allerorten viele, sehr viele Landwirte, die dem Verband meldeten: “Wir finden keine Erntehelfer.” Das Statistische Bundesamt erhebt zwar jährlich, wie viele Saisonkräfte jedes Jahr nach Deutschland kommen, um den Spargel zu stechen, Beeren zu pflücken oder Kartoffeln zu ernten. Doch es veröffentlicht die Daten erst am Jahresende. Demnach nimmt die offizielle Zahl der Saisonarbeitskräfte bereits seit 2010 ab, von knapp 330.000 auf zuletzt 286.000. “Aber das war eher ein schleichender Prozess”, sagt Möller. Ein Grund dafür war auch die zunehmende Technisierung. Man brauchte weniger Menschen.
Nun aber fragen Landwirte, wie sie die Saison mit so wenigen Mitarbeitern überstehen sollen. Vor allem die Bauern mit Spargel- oder Erdbeerfeldern haben ein Problem. […]
“Normale Pflücker gibt es viele, aber die Vorarbeiter fehlen uns”, sagt Simon Schumacher vom Verband VSSE, “die guten Leute, die auch mal einen Trupp anleiten können und die bisher viele Jahre in Folge kamen.” Wo sie geblieben sind? “Viele haben Arbeit bei Paketzustelldiensten gefunden oder auf dem Bau”, so weiß Schumacher von den Mitgliedsbetrieben. “Die guten Arbeiter sind nicht nur mobil in den Beinen, sondern auch im Kopf.” Zum einen zahlen die Paketdienste besser, nämlich zwei bis drei Euro mehr pro Stunde im Vergleich zu den 8,84 Euro Mindestlohn auf dem Feld. Zum anderen bedeuten die Jobs in Logistik oder Baubranche eine dauerhafte Beschäftigung – und nicht bloß drei Monate Einkommen im Jahr, wenn gerade Erdbeerzeit ist.
Etliche Saisonhelfer aus Polen, Rumänien oder Bulgarien seien diese Saison gar nicht erst zum Dienst angetreten, obwohl sie früher jahrelang auf bestimmten Höfen mitgeholfen hätten und oft schon im Winter Verträge unterzeichneten. Sie hätten stattdessen in ihrer Heimat Arbeit gefunden, wo neuerdings auch die Wirtschaft floriert, sagt Schumacher: “Dort verdienen sie etwas weniger, aber dafür können sie bei ihren Familien bleiben.” […]
Osteuropas Wirtschaft wächst zurzeit so enorm, dass auch dort vielerorts schon die Arbeitskräfte knapp werden, so warnen die Handelskammern in vielen Ländern. Bulgariens Statistikämter meldeten zuletzt einen Rekordtiefststand bei der Arbeitslosigkeit mit rund sechs Prozent. Rumänien liegt bei rund 4,6 Prozent, Ungarn bei 3,7, in Tschechien herrscht quasi Vollbeschäftigung. Unternehmen in diesen Ländern klagen bereits, dass sie keine Mitarbeiter mehr finden, weil der Arbeitsmarkt leergefegt sei, weshalb sie sich schon gegenseitig die Beschäftigten abwerben.
Wenn sich osteuropäische Arbeiter dennoch auf einen Job in der Ernte einlassen, dann ziehen sie häufig an Deutschland vorbei. In Belgien oder den Niederlanden ist die Landwirtschaft ebenfalls ein wichtiger Sektor – aber der Mindestlohn liegt dort höher, bei rund 9,50 bis 9,70 Euro.
Quelle: ZEIT

Anmerkung unseres Lesers J.A.: Die Erntehelfer bleiben aus, weil sie mit den Arbeitsbedingungen und den mickrigen Löhnen nicht zufrieden sind? In anderen Arbeitsmärkten werben Arbeitgeber sich gegenseitig Mitarbeiter ab? Solche marktwirtschaftlichen Erkenntnisse kommen sicher wie ein Schock über die deutschen Bauern, die doch die Planwirtschaft gewohnt sind, in der der Staat für den Zustrom von Billigarbeitern zu sorgen hat. Bei 15 Euro brutto pro Stunde für die Erntehelfer gäbe es schließlich mehr als genug Bewerber. Und wenn Arbeitnehmer (angeblich, ich kann das kaum glauben) lieber in Bulgarien und Rumänien arbeiten, wenn deutsche Arbeitgeber (angeblich) nicht mal aus den Armenhäusern der EU genug Tagelöhner kriegen: spätestens dann sollten sich die Bauern mal Gedanken über die Löhne machen.

 

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