Elektromobilität zwischen Regensburg und Nürnberg als realistisches Ziel

Veröffentlicht am 04.10.2014 in Regionalpolitik

Der Gemeinderat in Berg wird sich kommende Woche mit der Thematik Elektromobilität befassen und grundsätzlich die Beteiligung an einem räumlich großen Projekt entscheiden. Bürgermeister Helmut Himmler sieht im Aufbau der E-Mobilität eine wichtige Zukunftsaufgabe im Lebensraum Regensburg - Nürnberg unter Beteiligung möglichst aller Gemeinden und Städte in diesem Gebiet. Dies sei sinnvoll und durchaus realisierbar.

Die Bürgermeister der "Zukunftsregion Schwarzachtalplus" haben bei ihrer letzten Sitzung der Lenkungsgruppe in Altdorf bereits den Aufbau des Systems in allen Mitgliedsgemeinden mit oberster Projektpriorität beschlossen. Dabei wollen die Kommunen aus dem Nürnberger Land (Altdorf, Burgthann, Feucht, Schwarzenbruck, Leinburg, Winkelhaid) und dem Landkreis Neumarkt (Berg, Postbauer-Heng und Pyrbaum) mit "E-Wald - Elektromobilität Bayerischer Wald" zusammenarbeiten.

Franz - Josef Gotzler, Vertriebsleiter der E-Wald GmbH in Teisnach, informierte die Rathauschefs über das  Projekt zur Einführung und Demonstration der Funktionsfähigkeit der Elektromobilität im ländlichen Raum.

Das E-Wald-Projekt ist das größte Demonstrationsprojekt für Elektromobilität in Deutschland in den Landkreisen Freyung-Grefenau, Straubing-Bogen, Regen, Cham, Deggendorf und Passau und das Gebiet wird stetig ausgeweitet. Die Fahrzeugflotte umfaßt aktuell 180 Autos mit 130 Ladesäulen-Standorten.

Auch im Landkreis Neumarkt laufen derzeit Vorbereitungen für den Beitritt zum E-Wald-Projekt, nachdem Bürgermeister Josef Bauer im Juli auf der Parsberger Burg eine entsprechende Informationsveranstaltung durchgeführt hat.

Nach Auffassung Himmlers sollte ein dichtes Netz von Ladepunkten entstehen und die bereitzustellenden Autos sollten neben der Nutzung durch die Kommunen auch den Bürger der beteiligten Gemeinden zur Verfügung gestellt werden.

Der Grundgedanke eines solchen Bürgerautos ist es, ein eCarsharing-Fahrzeug an dem Standort einer Kommune fest zu platzieren. Die Nutzung erfolgt durch die Mitarbeiter der Kommune sowie durch jeden interessierten Bürger. Sie profitieren davon in zweifacher Hinsicht: zum Einen reduziert man  Kosten für den Betrieb des kommunalen Fuhrparkes, da die Verbrauchskosten durch Elektrofahrzeuge sinken. Zum Anderen erhöht jede Gemeinde ihre Attraktivität  durch das Anbieten eines eCarsharing-Fahrzeugs. Nicht nur die Bürger können das Fahrzeug nutzen, auch für touristische Aspekte kann das Bürgerauto beworben werden. 

Die Kommune zahlt einen monatlichen Fixbetrag in Höhe von 379,00 Euro netto. Alle Fahrten durch die Kommune sind darin bereits vollständig abgegolten. Die private Nutzung durch Bürger würde diese Kosten reduzieren und es wäre eine hohe Auslastung möglich. Auch so mancher Zweitwagen könnte eingespart werden.

Die Einrichtung einer kompletten Ladestation mit Stellplätzen, Strom- und Internet-Anschluss kostet den Gemeinden rund 25.000 Euro.

 

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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