Die Arroganz der Akademikereltern und Bildungsdefizite

Veröffentlicht am 12.04.2010 in Bildung

Kommentar Mangelnde Ausbildungsreife – in regelmäßigen Abständen hören wir die Klagen aus der Wirtschaft. Schuld ist das Schulsystem. Dass es keine Abhilfe gibt, liegt aber nicht primär an den Politikern – sondern am Widerstand vieler Eltern.
Sie fürchten um den sozialen Status. Denn die Eltern, die sich lautstark gegen jede Reform wehren, wollen ihren Nachwuchs auf dem Gymnasium sehen.

Das deutsche Schulsystem ist den Anforderungen unserer modernen Wissensgesellschaft nicht gewachsen. Die vierklassige Grundschule, nach der Kinder im Alter von neun oder zehn Jahren selektiert werden, ist mehr als sechzig Jahre alt und spiegelt nicht die Realität unserer Gesellschaft wider.
Erziehungswissenschaftler wissen das und die positiven Beispiele aus Staaten mit einem reformierten Schulsystem belegen es. Die regelmäßigen Klagen der Wirtschaft und jüngst des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) über die mangelnde Ausbildungsfähigkeit von Schulabgängern sprechen eine deutliche Sprache: Das alte System funktioniert nicht mehr.
Dennoch wird in Deutschland nichts getan – weil mögliche Reformen am Widerstand vieler Eltern scheitern. Sie gehen lieber, wie aktuell in Hamburg mit einem Volksentscheid, gegen die Aufweichung des Status quo auf die Straße. Sie fürchten um den sozialen Status. Denn die Eltern, die sich lautstark gegen jede Reform wehren, wollen ihren Nachwuchs auf dem Gymnasium sehen.
Quelle: FTD

Vielleicht werden gerade wirtschaftliche Interessen zum Treiber einer sozial gerechten Schulreform und für mehr Geld für die Bildung. Schön, dass der Artikel nicht nur mit Schlagworten wie “Wissensgesellschaft” und “zukunftsfähig” um sich wirft, sondern auch das schöne Wort “Chancengleichheit” enthält und auf die negativen Auswirkungen der “Abgrenzung nach unten” hinweist.

Die teure Angst vor der Unterschicht
Das ist ein wütendes Buch. Und irgendwann packt einen auch beim Lesen Wut über das, was hier beschrieben wird. Ulrike Herrmann, Wirtschaftskorrrespondentin der Berliner „Tageszeitung“, zeichnet ein Bild der deutschen Gesellschaft, das man sich durch Lektüre der Wirtschaftsseiten der Zeitungen eher nicht machen kann. Sie schildert ein Land, das sich zwar gern als „nivellierte Mittelstandsgesellschaft“ (Helmut Schelsky) sieht, in Wirklichkeit aber „extrem ungleich“ ist. Dabei klagt Herrmann diese Unterschiede nicht an, sie beschäftigt sich schlicht mit den Kosten und stößt dabei auf ein geradezu perfektes System, das die Reichen fast immer schont und die Mittelschicht zur Kasse bittet, genauer: die Schicht mit Einkommen zwischen monatlich 1000 und 2000 Euro netto für Singles und zwischen 2100 und 4600 Euro für Familien mit zwei kleinen Kindern.
Quelle: Tagesspiegel

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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