Deutsche Justiz sieht rot - auf dem rechten Auge blind!

Veröffentlicht am 13.12.2010 in AntiFa/Migration

In München muß sich ein Arzt wegen versuchter Körperverletzung verantworten – weil er zwei Tomaten auf Neonazis geworfen hat.

Es ist der 14. November 2009 und etwa 150 Neonazis demonstrieren unter dem Motto »Ruhm und Ehre den deutschen Soldaten« durch die Münchner Innenstadt. »Nur drei Monate, nachdem der Wehrmachtsoffizier Josef Scheungraber zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, weil er 1944 in einem toskanischen Dorf zehn Menschen ermorden ließ, dürfen Mörder wie er als Helden gefeiert werden«, empört sich Wangerin über die vom Bayerischen Verwaltungsgericht genehmigte Veranstaltung. Und deshalb protestiert der Arzt zusammen mit etwa 400 weiteren Münchnern gegen das braune Spektakel. Der Neonazigegner steht an jenen Novembersamstag an der Kreuzung Landwehrstraße/Goethestraße, als der rechte Propagandatrupp an ihm vorüberzieht. Direkt vor einem türkischen Gemüseladen. »Ich habe zwei Tomaten gekauft und die in Richtung der Neonazis geworfen«, so Wangerin am Freitag gegenüber junge Welt. Die Gemüsegeschosse verfehlen allerdings ihr Ziel. Dennoch sehen einige Polizisten rot und verhaften Wangerin. Es folgt das übliche Programm: Durchsuchung, erkennungsdienstliche Behandlung und später eine polizeiliche Vorladung. »Versuchte vorsätzliche Körperverletzung und Landfriedensbruch«, werfen ihm die Ermittler vor. Allerdings seien Gericht und Staatsanwaltschaft bereit, das Verfahren wegen »geringer Schuld« gegen eine Geldbuße von 900 Euro einzustellen, heißt es weiter. Doch Wangerin weigert sich zu zahlen. Daraufhin verdoppelt die Staatsanwaltschaft die Summe. Mit 1800 Euro will die Justiz den mißglückten Tomatenwurf nun ahnden.
Quelle: junge Welt

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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