Der Phrasendrescher

Veröffentlicht am 05.10.2013 in Presse

Leider kann man angesichts der hohlen Phraseologie des Bundespräsidenten eine leichte Übelkeit nicht unterdrücken. Was soll man bitte von so einer Phrase halten? “Die Freiheit in der Freiheit gestalten”.

Wenn man Gauck hört ist alles wunderbar und wir leben in einem goldenem Zeitalter der Freiheit. Hier sind sich Pfarrer Gauck und Pfarrerstochter Merkel völlig einig in ihrem entpolitisierenden Uns-geht-es-allen-gut-Gerede.
Man fragt sich in welcher Welt Gauck eigentlich lebt? Er mag sich also nicht vorstellen, “dass Deutschland sich groß mache und andere Länder” bevormundet. Die Bürger der südeuropäischen EU-Partner der Bundesrepublik, die unter der brutalen Austeritätspolitik der Merkelregierung leiden, sehen das vermutlich anders. Wie steht es denn mit deren Freiheit, Herr Gauck?
Eine der schönsten neoliberalen Propagandafloskeln, die zur demographischen Entwicklung in Deutschland darf in Gaucks Rede nicht fehlen. Da ist man erstaunt über die, dann doch bescheidenen intellektuellen Fähigkeiten dieses Mannes, der sich offenbar nur beständig wiederholen und Allgemeinplätze nachplappern kann. Und wird hier gar noch eine Agenda 2020 angemahnt, wie sie etwa die neoliberalen Schreihälse der INSM bereits einfordern?
“Tatsächlich wird es immer weniger Jungen zufallen, für immer mehr Ältere zu sorgen. Das schafft eine schwierige Lage, die unsere Kinder und Enkel erheblich einschränken wird.”
So wie wir heute davon profitieren, dass wir uns vor einem Jahrzehnt zu Reformen durchgerungen haben, so kann uns übermorgen nutzen, wenn wir morgen … wiederum Mut zu weitsichtigen Reformen aufbringen.”
Auch wenn Internet und mobile Kommunikation in seiner Rede thematisiert sind so scheint Gauck die Dimensionen der Totalüberwachung aller Kommunikationsdaten durch die NSA und anderer Geheimdienste noch gar nicht richtig verstanden zu haben. Ansonsten könnte er nicht beständig davon salbadern wie 1989 der “Freiheitswille der Unterdrückten … die Unterdrücker entmachtet” hatte. Gegen die technischen Möglichkeiten, die der NSA zur Verfügung stehen erscheint doch die ehemalige Stasi wie ein Kleingärtnerverein.
Spekulationsblasen, Bankenkrise, die massive Steuerhinterziehung durch internationale Großkonzerne und die ökonomischen Eliten, die inzwischen ein kaum erträgliches Maß annehmende soziale Polarisierung und Reichtumskonzentration scheinen in Gaucks Welt überhaupt nicht zu existieren.
So muss man sich wieder fragen was Gauck überhaupt unter Freiheit versteht? Ist es die Freiheit in der “marktkonformen” Demokratie seinen Haut für einen Hungerlohn zu Markte tragen zu dürfen oder ist es die Freiheit der herrschenden Eliten sich schamlos bereichern zu dürfen? Eine Antwort darauf ist Gauck bisher schuldig geblieben. Man kann sich nicht erinnern, dass Gauck je ein Wort über die soziale Lage in Deutschland verloren hat, dass dieser Mann wirklich versteht was in diesem Land vor sich geht.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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