Demographie und moderne kommunale Familienpolitik vor Ort

Veröffentlicht am 24.05.2012 in Familie

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
nichts kommt von selbst und nur wenig ist von Dauer – vieles ändert sich in immer kürzerer Zeit – wir kennen das aus unserem konkreten Leben zur Genüge.
Oftmals ist uns aber die längerfristige Tragweite des Geburtenrückgangs nicht so recht klar.

Einige Anmerkungen zur Entwicklung bei uns im Landkreis
- siehe graphische Darstellungen:

• Im Jahr 1990 hatten wir im Landkreis Neumarkt 1.560 Geburten und danach sanken die Zahlen bis auf zuletzt 993 geborene Kinder im letzten Jahr 2011.
• Im Vergleich der Geburten und Sterbefälle hatten wir in den 1990er Jahren in Neumarkt einen Zuwachs von rund 450 Menschen pro Jahr.
• Im neuen Jahrtausend hat sich diese positive Entwicklung grundlegend geändert. Wir haben im Landkreis keinen Geburtenüberschuss mehr, sondern die Bevölkerung sinkt stetig. Die Sterbefälle sind höher als die Anzahl der Geburten.
• Auch bei uns in Berg wächst die Bevölkerung im Gegensatz zu den letzten Jahrzehnten nicht mehr. Gleichwohl sagen uns verschiedene Prognosen, dass die Bevölkerungszahl in den kommenden 20 Jahren in Berg relativ stabil bleiben wird.
• Wenn die wenigen derzeit und in den letzten Jahren geborenen Kinder in etwa 25 – 30 Jahren Kinder haben werden, ist die Entwicklung absehbar – es wird noch einmal deutlich weniger Nachwuchs geben.

Diese fatale und problematische Entwicklung kann man nicht fatalistisch und resignierend hinnehmen. Vielmehr ist zu fragen, wie man die Entwicklung wieder umkehren kann – zumal die meisten jungen Familien durchaus Kinder haben wollen.

Eine wichtige Erkenntnis ist eben, dass sich die Familienpolitik der letzten Jahrzehnte auf Debatten um das Kindergeld, steuerliche Erleichterungen, Betreuungsgeld etc. beschränkte – mithin also auf finanzielle Aspekte. Das alles ist zwar wichtig, wird aber nicht ausreichen, sofern man die Zukunft gewinnen will.

Wir müssen für unsere jungen Familien bestmögliche Betreuungs- und Bildungsmöglichkeiten schaffen, damit sie das oft komplizierte Leben zwischen Familie, Beruf und attraktivem privaten Leben vernünftig organisieren können. Auch in ländlichen Regionen tragen die ehedem funktionierenden Familienverbünde zwischen den Generationen nicht mehr, so dass öffentliche Betreuungsstrukturen angeboten werden müssen. Unsere jungen Frauen sind heute bestens qualifiziert und müssen nach der Kinderphase wieder rasch zurück ins Berufsleben – viele wollen das auch, wofür sich niemand rechtfertigen muss.

Diese Entwicklung wird sich noch verstärken, da angesichts eines absehbaren Mangels an Arbeitskräften die Frauenerwerbstätigkeit gewiss noch ausgeweitet werden muss.

All dies ist in unserem Nachbarland Frankreich selbstverständlich vorhanden – von der Kinderkrippe bis zu verpflichtenden Ganztagsschulen mit der Folge, dass französische Familien wesentlich mehr Kinder haben als in unserem Land.

Am französischen Vorbild orientierte ich mich beim Ausbau der Familien-, Betreuungs- und Schulstruktur bei uns in der Gemeinde Berg. Die jetzt eröffnete Ganztagsschule ist nur ein Element in einem intensiv ausgeweiterten System für Familien, Kinder und Jugendliche in der Kommune.
Darüber hinaus müssen wir aber noch einen weitergehenden Anspruch im Sinne unserer Kinder haben. Jedes Kind wird gebraucht, jedes Kind mit seinen individuellen Fähigkeiten ist einmalig und wichtig, kein Kind darf abgeschrieben werden!!
Nicht nur die Familien, sondern wir alle haben Verpflichtungen unseren Kindern gegenüber – sie zu mögen, in ihrer Eigenart zu respektieren, ihnen zu helfen – aber auch Grenzen aufzuzeigen, ihnen Selbstwert und Zuversicht zu vermitteln.

Unseren jungen Familien mit oder ohne Trauschein wünsche ich mehr Mut zur Entscheidung für Kinder. Wir von Seiten der Gemeinde wollen im Rahmen unserer Möglichkeiten die Hilfen organisieren und geben, die für ein gutes Gelingen von Lebensgemeinschaften mit Kindern vorhanden sein sollten.

Kinder und Jugendliche sind zweifellos oftmals anstrengend, insbesondere in der wichtigen Zeit der Ich-Werdung – gemeinhin Pubertät genannt. Wir Erwachsene sind aber auch nicht selten unangenehm und nervend – man sollte und darf sich das ruhig eingestehen.
Abschließend darf ich eine ganz einfache Frage stellen, die jeder von uns auch beantworten kann und sollte:

Gibt es in unserem Leben auch nur ähnlich wichtiges wie Kinder?
Meine Antwort ist klar und eindeutig: gewiss nicht!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
nach dem schönsten Monat des Jahres darf ich Ihnen möglichst viele angenehme, warme Sommertage im Juni wünschen.

Ihr

Helmut J. Himmler

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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