Das Geschwätz der Lohnschreiber vom deutschen Jobwunder

Veröffentlicht am 07.11.2013 in Soziales

“Ein Sklavenleben” – wie die Putz-Branche Mindestlohn umgeht
“Jedesmal wenn es eine tarifliche Lohnerhöhung gibt, werden unsere Arbeitszeiten gekürzt”, sagt Dietrich, “dann muss eine komplette Krankenhaus-Station eben in drei statt dreieinhalb Stunden geschafft werden”.

“Ein Sklavenleben” – wie die Putz-Branche Mindestlohn umgeht
“Jedesmal wenn es eine tarifliche Lohnerhöhung gibt, werden unsere Arbeitszeiten gekürzt”, sagt Dietrich, “dann muss eine komplette Krankenhaus-Station eben in drei statt dreieinhalb Stunden geschafft werden”. Eine ganze Station pro Putzfrau. 20 bis 25 Zimmer wischen, Bäder putzen, Duschen, Toiletten. Und das unter den Hygiene-Bedingungen eines Krankenhauses. “Aber man schafft das nicht. Es ist zeitlich nicht zu schaffen. Also bleibt uns nichts anderes als der Kölsche Wisch, ab durch die Mitte eben. Mit schlechtem Gewissen”, sagt Dietrich.
Um den Job behalten zu können, würden viele Frauen einfach jeden Tag unbezahlt länger putzen. Besser ein schlechter Job als gar keiner. Es ist die Angst, die diese Branche prägt. Und das, obwohl sie sich offiziell sogar an einen Mindestlohn von neun Euro die Stunde hält. Die Realität jedoch ist oft eine andere…
Selbst der Innungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks bestätigt, dass solche “Vorwüfe nicht neu und zum Teil wahrscheinlich berechtigt sind”.
Quelle: Der Westen

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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