Berger Schülerinnen und Schüler gedachten Sophie Scholl und der Widerstandsgruppe„Weiße Rose“

Veröffentlicht am 22.02.2018 in Bildung

Am Sophie Scholl-Platz in der Mitte von Berg versammelten sich heute die Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klassen der Schwarzachtal-Schule mit Konrektorin Heike Söllner, um zusammen mit Bürgermeister Helmut Himmler an den 75. Todestag der Geschwister Scholl und deren Mitstreiter der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ zu erinnern.

Die Schülerinnen und Schüler trugen im Unterricht erarbeitete Texte vor und Bürgermeister Helmut Himmler sowie Heike Söllner erläuterte den geschichtlichen Hintergrund des Widerstands gegen die verbrecherische Herrschaft des Nationalsozialismus. Der Gemeinderat der Gemeinde Berg hat am 11. März 2004 beschlossen, diesen Platz und damit die Mitte der Gemeinde Sophie Scholl - stellvertretend für den deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus - zu widmen. Der Bürgermeister und stellvertretende Landrat sprach eindringlich zu den Jugendlichen, dass man als Staatsbürger neben vielfältigen Rechten auch selbstverständliche Menschenpflichten habe, nämlich entschieden gegen Gewalt, Unterdrückung und Menschenverachtung einzutreten. Auch in Deutschland sei dies angesichts der aktuell festzustellenden erschreckenden gesellschaftlichen Verrohung mit fremdenfeindlichen Anschlägen notwendig.

An der Gedenktafel am Rathaus II wurde ein Blumengebinde mit zehn weißen Rosen angebracht

Sophie Scholl, ihr Bruder Hans Scholl und Christoph Probst wurden am 22. Februar 1943 in München-Stadelheim mit dem Fallbeil hingerichtet. Sie waren führende Mitglieder der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose” und hatten mit Flugblättern zum Widerstand gegen die Barbarei des Nationalsozialismus aufgerufen.

Aufklärung mit Flugblättern

Im Sommer 1942 und zu Beginn des Jahres 1943 verbreitete die studentische Widerstandsgruppe "Die Weiße Rose" erst in München, dann auch im süddeutschen Raum sowie in Linz, Salzburg und Wien Flugblätter gegen Hitler und das nationalsozialistische Regime. Sie forderte darin zunächst zum passiven Widerstand auf, aber schon bald auch zum Sturz der Regierung. Die Medizinstudenten Hans Scholl und Alexander Schmorell bildeten den Kern dieser Gruppe. Christoph Probst, Sophie Scholl, Willi Graf und ihr Mentor Professor Kurt Huber schlossen sich ihnen nach und nach an und beteiligten sich in unterschiedlicher Weise an den regimekritischen Aktionen.

Für ihre Überzeugung mit dem Tod bezahlt

Die Flugblätter der "Weißen Rose" waren mehr als nur ein Aufstand des Gewissens. Sie waren politisch hoch motiviert und entstanden aus der Überzeugung heraus, dass man nicht mehr schweigend zuschauen dürfe, sondern Widerstand gegen das verbrecherische System leisten müsse. Die fünf Münchner Studierenden und ihr Professor bezahlten diese Überzeugung mit ihrem Leben. Sie wurden 1943 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Auch zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer der "Weißen Rose" und Mitwisserinnen und Mitwisser wurden in der Folge mit dem Tode oder mit Freiheitsentzug bestraft. Der mutige Widerstand der "Weißen Rose" ist trotz – oder gerade wegen – seiner schrecklichen Konsequenz eine Aufforderung an alle, sich einzumischen und etwas dagegen zu tun, wenn der freiheitlich-demokratische Staat und die Rechte der Menschen angegriffen werden.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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