Baden-Württemberg: Die Bosse freuen sich grün

Veröffentlicht am 12.03.2016 in Landespolitik

Speziell in SachenErbschaftsteuer, sagt IHK-Präsident Peter Kulitz, habe sich der grüne Ministerpräsident gegenüber den Familienunternehmern konzilianter gezeigt als der CDU-Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

Überhaupt hat sich Kretschmann, sehr zum Ärger der Linken unter den Grünen, in vielen wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen rechts vom CDU-Mainstream positioniert – und wird dafür gelobt. Speziell in SachenErbschaftsteuer, sagt IHK-Präsident Peter Kulitz, habe sich der grüne Ministerpräsident gegenüber den Familienunternehmern konzilianter gezeigt als der CDU-Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Eine „steile Lernkurve“ attestiert Kulitz dem Grünen. Die Eintracht mit der Wirtschaft ging so weit, dass ein innerparteilicher Gegenspieler Kretschmanns bei den Grünen heute sagt: „Er hat die CDU in Sachen Erbschaftsteuer noch rechts überholt.“ Als grüner Ministerpräsident des Wirtschaftswunderlands Baden-Württemberg habe er das auch gar nicht anders machen können. „Aber es killt uns eben dort, wo wir nicht regieren.“ […]
Interessanterweise sind es gerade grüne Kernkompetenzen, bei denen es offenbar gelegentlich hakte. So ging der Ausbau der Windkraft dermaßen schleppend voran, dass Kretschmann ganz entgegen seiner üblichen Präsidialität in Kabinettssitzungen herumgebrüllt haben soll. Der Breitbandausbau dagegen ist in Baden-Württemberg weiter fortgeschritten als anderswo. Die Wirtschaft ist mit breiter Mehrheit für das Projekt Stuttgart 21 gewesen, das die Grünen jahrelang erbittert bekämpft haben. Dass jetzt dort, wo früher der Stuttgarter Schlosspark war, eine riesige Baugrube klafft, die Grünen also den Tiefbahnhof entgegen ihren Überzeugungen doch bauen, hat ihnen Achtung eingetragen.
Wie grün ist die Wirtschaft des Landes, wie offen sind die Automobilhersteller für die seit fünf Jahren gepredigte Idee, mit grünen Ideen schwarze Zahlen zu schreiben? „Gerade die Mittelständler bei uns sind Meister in Sachen Ressourceneffizienz“, meint Rezzo Schlauch. „Sie nennen es nicht Ökologie, aber im Grunde ist es genau das.“
Die baden-württembergischen Grünen standen in der Gesamtpartei schon immer für die „ökolibertäre“ Denkrichtung, die – wie es ihr Gewährsmann Ralf Fücks formuliert – sich nicht auf Fortschrittsskepsis, Kapitalismuskritik und die Drohung mit dem Untergang einlassen will.
Quelle: Zeit Online

Anmerkung unseres Lesers J.A.: Endlich schreibt es mal jemand: die Grünen stehen noch rechts von der CDU (die immerhin einen, wenn auch schwachen, Arbeitnehmerflügel hat). Brav S-Klasse gefahren, die Erbschaftsteuer mit abgeschafft und Stuttgart 21 nicht verhindert. Zumindest die rechten Grünen in Baden-Württemberg, aber in Hessen (mit Al-Wazir) sieht es auch nicht wirklich anders aus.

 

Kommentare

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Autor: Eagle, Datum: 22.03.2016, 16:16 Uhr


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Autor: Maud, Datum: 22.03.2016, 14:27 Uhr


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Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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