Auf ins 19. Jahrhundert - verlogene "Eliten"

Veröffentlicht am 11.09.2010 in Allgemein

Wie sich die Zeiten und die Dinge gleichen. Da schreibt ein allenfalls mittelmäßiger Volkswirt seine abstrusen Gedanken auf die geballte Verdummungsindustrie - Medien, Politik - verschafft Sarazin Forum und Marketing. Warum?

Rezension: „Der Berliner Antisemitismusstreit 1879 – 1881“
Mit seinem Ende 1879 in den Preußischen Jahrbüchern veröffentlichten Aufsatz “Unsere Aussichten” und den darin enthalten Forderungen und Vorwürfen gegenüber den deutschen Juden sollte der bekannte, vormals liberale Historiker und Politiker Heinrich von Treitschke (1834-1896) in die Geschichte des Modernen Antisemitismus eingehen. Treitschke forderte unter anderem, die Juden “sollten Deutsche werden, sich schlicht und recht als Deutsche fühlen [...]; denn wir wollen nicht, daß auf die Jahrtausende germanischer Gesittung ein Zeitalter deutsch-jüdischer Mischkultur folge” (S. 12). Diese und andere Aussagen Treitschkes in seinem Aufsatz machen letztlich seine massive Überfremdungsangst deutlich. Treitschke zeichnete von sich das Bild eines neutralen Beobachters, Treitschke forderte von den Juden somit letztlich die vollständige Akkulturation. Nämlich, dass die völlige Preisgabe ihrer kulturellen und religiösen Identität. Er verlangte damit im Grunde, was er selbst für unerfüllbar hielt, da er den Juden andererseits spezielle Eigenschaften als wesenhaft zuschrieb. Die Lösung der Judenfrage ist aus dieser Sichtweise somit nicht möglich, da zumindest seines Erachtens, die Juden innerhalb der Nation nicht vollständig zum Verschwinden zu bringen sind. Er gewährt ihnen allerdings ein Gastrecht zur Existenz als Juden innerhalb des Reiches ein, allerdings unter der Maßgabe, dass sie dieses Recht ohne „einen fühlbaren Einfluß auf die nationale Gesittung”(S. 11) ausüben…
„Mit ‚Unsere Aussichten’ brachte Treitschke das Kunststück fertig, den in Deutschland grassierenden Antisemitismus zu unterstützen und zugleich den Eindruck zu erwecken, dass er grade dies nicht täte, indem er sich scheinbar von den Antisemiten distanzierte und seine Beschuldigungen in das Gewand vermeintlich werturteilsfreier Beobachtungen kleidete…
Die durch Treitschkes in den Jahrbüchern veröffentlichten Aufsatz ausgelöste deutschlandweite Debatte, erfasste nahezu alle Milieus und polarisierte die politische Öffentlichkeit nachhaltig im hohen Maße und ist heute – obwohl von Zeitgenossen als “Treitschkestreit” bezeichnet – als “Berliner Antisemitismusstreit” jedermann ein Begriff, der sich mit dem „Modernen Antisemitismus” befasst.
Quelle: Soz U Kult

Anmerkung WL: Wie sich die Dinge gleichen. Dennoch muss man hinzufügen, dass Treitschke intellektuell von einem anderen Kaliber war als Sarrazin.

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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