Arbeitnehmer sind die Verlierer

Veröffentlicht am 11.04.2017 in Wirtschaft

Laut dem IWF-Bericht fiel die Lohnquote in den Industriestaaten von knapp 55 Prozent Ende der 1970er Jahre auf etwas mehr als 50 Prozent kurz vor der globalen Finanzkrise 2008/2009, womit sie den tiefsten Stand in einem halben Jahrhundert erreicht.

Der Internationale Währungsfonds führt sinkende Lohnquoten auf den technischen Fortschritt zurück. Gewinner sind die Kapitalbesitzer.
Weltweit verlieren Arbeitnehmer seit Jahrzehnten im Verteilungskampf mit Vermögenden und Unternehmen. Vor allem in den reichen Nationen wie Deutschland und den USA, aber auch in den Schwellen-und Entwicklungsländern sank seit den 1980er Jahren die Lohnquote und damit der Anteil der Beschäftigten am Volkseinkommen deutlich. Überall zeigte sich mit wenigen Ausnahmen das gleiche Phänomen: Von den Produktivitätsgewinnen durch neue Techniken strichen die Kapitalbesitzer und die Firmeninhaber mehr ein als diejenigen, die mit ihrer Arbeit den zunehmenden Wohlstand erwirtschaften.
Auf diesen globalen Trend weist der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem Ausblick auf die Weltwirtschaft hin, mit dem er traditionell seine Frühjahrstagung und das G 20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs aus den führenden Industrie- und Schwellenländern vorbereitet. Dort wird es Ende nächster Woche um die wachsende Unzufriedenheit vieler Menschen gehen, die sich ausgeschlossen fühlen von den Vorteilen der Globalisierung.
Laut dem IWF-Bericht fiel die Lohnquote in den Industriestaaten von knapp 55 Prozent Ende der 1970er Jahre auf etwas mehr als 50 Prozent kurz vor der globalen Finanzkrise 2008/2009, womit sie den tiefsten Stand in einem halben Jahrhundert erreicht. Seitdem erholte sie sich etwas, ohne aber wirklich die Verluste der Vergangenheit wettzumachen.
Quelle: Frankfurter Rundschau

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann.
Das Gegenteil ist schon schwieriger.

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