Akademikerjobs bringen 1,25 Millionen Euro mehr als Helferjobs

Veröffentlicht am 09.08.2016 in Wirtschaft

Je höher der Abschluss, desto höher das Gehalt – das stimmt meistens, aber nicht immer. Mit Akademikertätigkeiten verdienen Vollzeitbeschäftigte auf das ganze Berufsleben gerechnet im Durchschnitt gut 1,25 Millionen Euro mehr als mit Helfertätigkeiten.

Jobs für Fachkräfte, bei denen also in der Regel eine Berufsausbildung vorausgesetzt wird, bringen rund 330.000 Euro mehr als Helferjobs, und Jobs, die einen Meister-, Techniker- oder anderen Fortbildungsabschluss erfordern, ein Plus von 910.000 Euro gegenüber Helferjobs. Aber es gibt auch Akademikerstellen, die schlechter bezahlt werden als Tätigkeiten auf Fachkraftniveau. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Auf das gesamte Erwerbsleben gerechnet bekommen Beschäftigte in Helferjobs gut 1,1 Millionen Euro brutto, in Jobs auf Fachkraftniveau knapp 1,5 Millionen Euro, auf Meister- oder Technikerniveau rund 2,0 Millionen Euro und in Akademikerjobs fast 2,4 Millionen Euro.
Je nach Berufsgruppe unterscheiden sich die Einkommen aber deutlich. Bei Akademikerstellen in medizinischen Gesundheitsberufen beträgt der Bruttoverdienst im Lebensverlauf im Durchschnitt mehr als 2,8 Millionen Euro, in Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen dagegen weniger als 1,5 Millionen Euro. Fachkräftestellen in Informatik-, Informations- und Kommunikationstechnologieberufen sind mit fast 2,2 Millionen deutlich höher bezahlt. Auch Fachkraft-Tätigkeiten im Bereich Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und Steuerberatung sind mit einem durchschnittlichen Lebenseinkommen von mehr als zwei Millionen Euro verbunden.
Quelle: IAB

 

Anmerkung unseres Lesers S.N.: Das IAB hat festgestellt, dass sich berufliche Qualifikation lohnt, weil sie zu einem höheren Lebenseinkommen beitragen kann. Dann stellt sich aber die Frage, warum die Zumutbarkeitskriterien im SGB II keinerlei Rücksicht auf das Qualifikationsniveau oder gar den überwiegend ausgeübten Beruf nehmen – es reicht einzig und allein, „erwerbsfähig“ zu sein. Der Software-Entwickler kann vom Fallmanager theoretisch zu ungelernten Hilfsarbeiten an der Müllpresse gezwungen werden. Lohnt es sich wirklich, private Zeit und privates Geld in Zusatzqualifikationen zu investieren, wenn sie nach nur 1 Jahr Arbeitslosigkeit wertlos werden? Ist das keine Gefahr für den Standort Deutschland?

 

Kurt Tucholsky 1890 - 1935

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