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Helmut Himmler, Bürgermeister.

Otto Wels - 1933 :

"Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht!"

Abraham Lincoln :

Man kann einige Menschen die ganz Zeit zum Narren halten
und alle Menschen einige Zeit, aber man kann nicht alle Menschen
die ganze Zeit zum Narren halten.

Revolution-Bayern :

Na mach´ma halt a Revolution, dass endli wiada a Rua is!---Bayern 1918

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Orgien in Beton und Asphalt – betonieren wir unsere bayerische Heimat zu? - Kommunalpolitiker als Natur-Vernichter!? :

Kommunalpolitik

In Bayern mit seinen inzwischen 12,8 Millionen Einwohnern werden täglich rund 13 Hektar Fläche von in der Regel landwirtschaftlicher Nutzung in Bau-, Gewerbe- und Verkehrsflächen umgewandelt – das sind etwa 18 Fußballfelder.

In der Gemeinde Berg steht – wie in vielen anderen Kommunen – der Bau der Ortsumgehung, einige kommunale Hochbaumaßnahmen, die Ausweisung neuer Bau- und Gewerbegebiete an. Vor diesem Hintergrund setzt sich Bürgermeister und stellvertretender Landrat deutlich und differenziert mit der Thematik des Landverbrauchs in Bayern und in seiner Gemeinde auseinander:

 

„In Bayern mit seinen inzwischen 12,8 Millionen Einwohnern werden täglich rund 13 Hektar Fläche von in der Regel landwirtschaftlicher Nutzung in Bau-, Gewerbe- und Verkehrsflächen umgewandelt – das sind etwa 18 Fußballfelder.

Vor dem Hintergrund dieser gewiss problematischen Entwicklung kritisieren tatsächliche und vermeintliche Naturschützer die Akteure in der Landes- und Kommunalpolitik und fordern eine erhebliche Reduzierung des „Flächenfraßes“.

 

Daten zum Flächenverbrauch in Bayern

Bayern ist das größte Bundesland in Deutschland mit einer Fläche von 70.550 Quadratkilometer. Zugleich ist unser Bundesland das wirtschaftlich und finanziell leistungsfähigste unter den Bundesländern mit starkem und ungebremsten Zuzug. Unsere Bevölkerung wird in der Prognose bis 2032 auf ca. 12,9 Millionen Alt- und Neubayern anwachsen.

Zum Vergleich: 1987 waren es noch 10,9 Millionen Menschen zwischen Berchtesgaden und Aschaffenburg.

 

 

Volksbegehren zur Begrenzung des Flächenverbrauchs

In ganz Bayern wird Tag für Tag die Fläche des Ammersees zugebaut und unwiederbringlich der Natur entrissen. Daher ist in Bayern ein Volksbegehren in Vorbereitung mit der Zielsetzung, den Flächenverbrauch gesetzlich auf maximal 4,7 Hektar pro Tag zu begrenzen.

 

Ist gut gemeint auch realistisch und verantwortbar?

Die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger wird diesem famos erscheinenden Ziel in erster Betrachtung und vernünftiger Weise zustimmen. Bei differenzierter Betrachtung und bei Abwägung mit den Notwendigkeiten werden die Dinge allerdings schwieriger.

 

 

Auch in Zukunft stetiger Flächenverbrauch: Bevölkerung und Wirtschaft wachsen – auch in der Gemeinde Berg

Insbesondere Gemeinderäte, Bürgermeister und Kommunalpolitiker sehen sich den entschieden vorgetragen Forderungen ausgesetzt, weniger Bau-, Gewerbe-, Spiel- und Sportflächen auszuweisen bzw. Umgehungsstraßen eben nicht zu bauen.

Die Forderungen und Wünsche kennen wir wohl, mithin haben wir in den Rathäusern aber auch andere Fragen zu beantworten und die erforderlichen Entscheidungen zu treffen:

 

• Wo soll die stetig wachsende Bevölkerung denn wohnen und leben?

Bei uns in den ländlichen Regionen wird es immer der Lebenstraum der meisten jungen Leute bleiben, ein Häuschen im Grünen zu erwerben oder zu bauen und sich mit der gegründeten Familie ein Stück „kleine Heimat“ zu schaffen. Es ist auch nicht akzeptabel und letztlich scheinheilig, wenn bestens situierte Mitbürger sich – ebenfalls in der Natur – ihr „Reich des guten Wohnens“ gottlob schaffen konnten, sich jetzt aber zu taktischen Naturschützern aufschwingen und unseren heutigen jungen Leuten mit dem Hinweis auf Naturverbrauch deren Lebenstraum untersagen wollen. So geht es wohl nicht!

 

• Die meisten unserer jungen Leute wollen in ihrer Heimat und damit in unserer Gemeinde bleiben und manche ehemalige Berger wünschen sich ebenfalls eine Rückkehr in die Orte ihrer Kindheit. So haben wir aktuell rund 90 Nachfragen nach Bauland in einem neuen Baugebiet, obwohl es hierzu noch keinerlei offizielle Informationen gab und die Notarverträge für den Ankauf noch nicht unterschrieben sind. Eine Namens- bzw. Bewerberliste wird derzeit noch nicht geführt.

Soll ich diese jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger – die Zukunft unseres Gemeinwesens mit deren zu erwartenden Kindern – abweisen und in andere Gemeinden schicken mit dem Hinweis, wir in Berg wollen unsere Natur bewahren und kein weiteres Bauland aktivieren?

 

  • In den letzten Wochen habe ich 16.500 m2 Gewerbegrund verkauft. Die Firma Zippel aus Altdorf wird komplett mit rund 80 Arbeitsplätzen nach Berg-Meilenhofen kommen und unsere Firma Decker-Verfahrenstechnik baut neu und groß im Gewerbegebiet.
  1. September wird – die Zustimmung des Gemeinderates vorausgesetzt – die letzte Gewerbefläche an ein Berger Unternehmen verkauft, da die vorhandene Betriebsfläche nicht mehr ausreicht.
  1. Tag verschwinden in unserem Land Arbeitsplätze der Vergangenheit und die Chancen zukunftsfähiger Jobs müssen selbstverständlich ergriffen werden.
  2. sollen wir einheimische und zuzugswillige Firmen abweisen mit dem Hinweis, dass wir unsere Natur und unberührte Landschaft bewahren wollen?! – So würde man die Zukunft gewiss nicht gewinnen und eine solche Praxis wäre nicht verantwortbar.

 

• Ja – auch die Ortsumgehung Berg bedeutet enormen Landverbrauch

  1. Berg fahren derzeit Tag für Tag 12.000 Fahrzeuge und nach der Prognose können es 13.000 Fahrzeuge werden – mit einem extrem hohen LKW-Anteil.

Die Ortsumfahrung von Berg ist dringend erforderlich und nach dem Bau der Entlastungsstraße (Staatsstraße) werden wir immer noch die Hälfte des jetzigen Verkehrs in Berg haben – allerdings mit einer erheblichen Entlastung vom unerträglichen LKW-Durchgangsverkehr. Es gibt keine sinnvolle und realistische Alternative zur Ortsumgehung Berg und damit zu weiterem Landverbrauch!

 

 

Nur diese wenigen Beispiele zeigen eindringlich, dass die logisch erscheinende Forderung nach weniger Landverbrauch leicht erhoben und begründet werden kann, die Notwendigkeiten in jeder Stadt und Gemeinde aber ein anderes Handeln erfordern.

Kommunalpolitiker sind keine bedenkenlose, intellektuell beschränkte Entscheidungsträger, sondern gehen sehr verantwortungsbewusst mit den anstehenden Problemen um. Daher wird man in Zukunft mehr denn je den Landverbrauch begründen müssen. Gleichwohl werden wir auch in den kommenden Jahren neue Bau-, Gewerbe-, Spiel, Sport- und Verkehrsflächen im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger benötigen. Das ist die nicht immer schöne Realität! Man wird gute und vertretbare Kompromisse vor Ort finden müssen und das geht nur durch Kommunikation. In dieser Hinsicht habe ich auch gute Erfahrungen mit dem Bund Narurschutz gemacht. Diese sind keineswegs Entwicklungs-Verhinderer a priori, sondern achten ihrem Auftrag gemäß auf maßvolle Eingriffe in unsere und die Ressourcen kommender Generationen.

 

Es gäbe schon eine Alternative – Bescheidenheit und geringerer Wohlstand mit geringerem Wohnraum und Steueraufkommen, weniger Kaufkraft und Konsum, geringerem Einkommen, weiter sinkenden Renten und Pensionszahlungen, reduzierten öffentlichen Leistungen (Infrastruktur, Sozialleistungen, Kultur, Bildung, Betreuung etc.).

Nun kann sich jeder von uns fragen, ob wir das wirklich wollen und die Konsequenzen zu tragen bereit sind! Die Frage erfordert konsequent auch eine ehrliche Antwort!“

 

 

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