[Darstellung Größer 1 wählen.] [zum Inhalt (Taste Alt+8).] [zur Auswahl (Taste Alt+7).] (Taste Alt+6).

Helmut Himmler, Bürgermeister.

Otto Wels - 1933 :

"Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht!"

Abraham Lincoln :

Man kann einige Menschen die ganz Zeit zum Narren halten
und alle Menschen einige Zeit, aber man kann nicht alle Menschen
die ganze Zeit zum Narren halten.

Revolution-Bayern :

Na mach´ma halt a Revolution, dass endli wiada a Rua is!---Bayern 1918

Das Wetter heute :

Wetter-Online :

 

Öffentlich-rechtliche Gegenaufklärung über 1968. Von Götz Eisenberg. :

Service

Die Sendung „ttt – titel, thesen, temperamente“ brachte am Sonntag, den 14 Januar 2018 einen Beitrag zum 50. Jahrestag der 68er Revolte, den 3-sat in der Sendung Kulturzeit vom 17. Januar wiederholt hat. „Fünf Minuten über die Ideen von 68“ zu reden, das sei „gaga“, sagte Daniel Cohn-Bendit.

Warum lässt er sich, wenn er das erkannt hat, auf so einen Unfug ein? Man muss nicht in jedes Mikrophon reinreden, das einem hingehalten wird! Das blieb dann aber auch eine der wenigen richtigen Bemerkungen in diesem Beitrag.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
 

Audio-Player

 

Drei Veteranen der 68er Bewegung kamen zu Wort: Der Historiker und frühere Maoist Götz Aly, der Fotograf Michael Ruetz und der bereits erwähnte Daniel Cohn-Bendit, einst zentrale Figur des Mai 68 in Frankreich, später Europa-Abgeordneter der Grünen und Befürworter der deutschen Beteiligung am Balkankrieg. 68 sei eine „tolle Zeit“ gewesen, „es war wunderbar“, fuhr Cohn-Bendit fort. Was von 68 geblieben sei? „Nichts und alles.“ Später erinnerte er daran, dass Frauen bis in die 1960er Jahre ohne Genehmigung ihres Mannes kein Konto eröffnen und keinen Arbeitsvertrag unterschreiben durften. Die Revolte habe in diesem Feld bleibende Spuren in der deutschen Gesellschaft hinterlassen und deutliche Fortschritte in deren Modernisierung bewirkt. War das alles? All das, was Cohn-Bendit hier aufzählte, hätte sich über kurz oder lang auch ohne Revolte durchgesetzt, weil es im Trend der gesellschaftlichen Entwicklung lag. Die Revolte hat Modernisierungsprozesse lediglich beschleunigt. Hätte man auf dem Höhepunkt der Revolte einen der Akteure gefragt, ob er zur Modernisierung der kapitalistischen Gesellschaft beitragen möchte, wäre man ausgelacht worden.

Götz Aly wiederholte die Thesen aus seinem Buch mit dem unsäglichen Titel Unser Kampf, denen zufolge es sich bei den 68ern um Wiedergänger der Nazis handelte: „In uns lebte das Freund-Feind-Denken fort, das aus dieser kriegerischen Gesellschaft gekommen ist. In uns lebten auch sehr viele illiberale, totalitäre Vorstellungen fort.“ Michael Ruetz fügte hinzu, es habe damals ein „schickes lustvolles Betroffenheitsgefühl“ gegeben, „das jedermann genossen hat“. Worin das bestanden haben soll, sagt er nicht. Ich weiß jedenfalls nicht, was damit gemeint sein soll. In Fortsetzung der Thesen von Aly sagte er: „Wir waren dabei, ohne es zu merken, uns dem Dritten Reich wieder anzunähern.“

In der Moderation zwischen den Interviews fielen Sätze wie: „Es ging um alles, mit allen Mitteln“. Die zwei Seiten von 68: „Der gute Glaube, alles von Grund auf neu gestalten zu können, und die tödliche Militanz, mit der manche die Ideen durchsetzen wollten.“ Damit es auch der Letzte kapiert: Die Radikalität der 68er mündet in die Gewalt der RAF. In der RAF kommt die 68er Revolte zur Kenntlichkeit. Kein Klischee wurde ausgelassen. Es war ein Beitrag, nach dessen Betrachtung jüngere Zuschauer sich gesagt haben werden: „Okay, da hab ich nix verpasst. Gut, dass es vorbei ist.“ Nichts war über die Theoriebildung zu hören, nichts über den libertären Kommunismus und den westlichen Marxismus, an die die Revolte anknüpfte und die damals wiederbelebt wurden, nichts über die Utopien von einer humanen, solidarischen Gesellschaft, einer Gesellschaft ohne Krieg, ohne Grausamkeit, ohne Brutalität, ohne Ausbeutung und Unterdrückung, ohne systematisch erzeugte Dummheit und ohne Hässlichkeit. Eine solche Gesellschaft wäre längst möglich. Was steht ihrer Einrichtung entgegen, wer und was verhindert sie, wie können wir dorthin gelangen? Nichts war zu hören vom Gefühl des „existentiellen Ekels“, von dem Rudi Dutschke sprach, von dem Gefühl, dass einem der Atem genommen wird und dass man sich Luft verschaffen muss. Nichts von der Gewalt des Staates, die erst die Gegengewalt der Revolte hervorbrachte. Kein Wort über Psychiatrie- und Strafrechtsreform. Nichts über die Erfahrung des öffentlichen Glücks und der Befreiung. Nichts über die große Leistung der Revolte, den Protest gegen sinnentleerte Formen des Verzichts und Gehorsams und eine rigide Sexualmoral, die Befreiung der pädagogisch verschwiegenen und versteiften Körper im Rhythmus der neuen rebellischen Musik mit dem Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung im eigenen Land und dem der Befreiungsbewegungen in der so genannten Dritten Welt zu verbinden. Nichts über die Wendung der Revolte gegen den zur Legitimationsideologie bürokratisch-sozialistischer Herrschaft erstarrten Marxismus-Leninismus, nichts über ihre Verdienste um die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Kurzum: Es war ein dummer, gegenaufklärerischer Beitrag. Beiträge wie dieser sind aber nicht lediglich Bullshit. Sie haben die Funktion, die Menschen gegen die besseren Möglichkeiten der Gesellschaft zu immunisieren.

Dabei müsste es Daniel Cohn-Bendit doch eigentlich besser wissen. In seinem Buch Der große Basar berichtet er von der heilsamen Kraft der Tage und Nächte auf den Barrikaden des Pariser Mai 1968: „Die Stimmung auf den Barrikaden wird für mich immer ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Das gemeinsame Handeln materialisierte sich im Aufreißen des Straßenpflasters und im Bau der Barrikaden. Hier wurden die Grundlagen für das Entstehen neuer emotionaler Beziehungen gelegt. Diese Barrikadengemeinschaft verkörperte den großen Einbruch der Zukunft in die Gegenwart. Diese Nacht hat viele Psychoanalytiker arbeitslos gemacht. Tausende von Leuten verspürten die Lust, miteinander zu reden und zu lieben. Seht Euch die Fotos dieser Nacht an und Ihr werdet bei vielen das Erstaunen darüber bemerken, dort zu sein. In dieser Nacht wurde mein Optimismus in Bezug auf die Geschichte geboren. Nachdem ich diese Stunden erlebt habe, werde ich nie mehr sagen: es ist unmöglich!“

Anmerkung Albrecht Müller: Der Vorgang ist ein gutes Beispiel dafür, dass diejenigen, die auf Jagd nach FakeNews bei den anderen, vor allem bei den alternativen Medien, gehen, diese FakeNews selbst produzieren. Im konkreten Fall macht das zum 50-Jährigen der 68er die Sendung „ttt“ von der ARD. Die Anstalt der sogenannten Faktenfinder beherbergt also auch die Absender der Desinformation.

 

Kommentare :

Die Emailadresse wird nicht veröffentlicht.

Die Trackback-URL ist die Adresse dieser Seite.

Kommentar eingeben


Speichern

Keine Kommentare vorhanden

- Zum Seitenanfang.